Verkostungsnotiz: St. Erhard Farmer

Streich Nr. 3 der Bamberger St. Erhard Brauerei. Nach dem filtrierten (!) Kellerbier und dem Saison gesellt sich nun das „Farmer“ in die Produktpalette der von Christian Klemenz geführten Premium-Marke. Erneut zeichnet Braumeister David Hertl für die Herstellung der Spezialität verantwortlich.

Schon auf der BrauKunst Live in München wurde es präsentiert, ich komme leider erst jetzt dazu, es zu probieren: Ein Crossover-Bier sollte es sein. In diesem Fall musste der Sud des St. Erhard Saison mit seinen Pale-Ale-, Tennen-, Belgischen Karamell-, Weizenbrau- und Weizenkaramellmalzen erneut herhalten. Bei diesem neuen Bier, das in der schicken, orangenen Flasche daherkommt, kamen nun allerdings mit dem Hallertauer Tradition, dem Equinox, dem Vic Secret, dem Mosaic UND dem Cascade gleich fünf Hopfensorten zum Einsatz, die sich im durchaus runden Ergebnis austoben dürfen.

Das Farmer in der markanten Flasche und in Glas

Die Herkunft des dunkel-bernsteinfarbenen Crossover-Biers liegt dabei schon zu Beginn in der Nase: Die Hefe dominiert zunächst, wird aber schnell durch das beachtliche Hopfenaroma ergänzt.

Der Antrunk bietet Grund zur Freude: Ein wenig zurückhaltender als noch beim Geruch zeigt sich zunächst eine hefige Note, die aber bald in den Hintergrund treten und sich der geballten Hopfenpower geschlagen geben muss: Hier liegt der Grund für die Bezeichnung als American IPA.

Für mich als jemand, der sich nur schwer mit der Hefedominanz und der Süße belgischer Biere anfreunden kann, ein sehr gelungenes Bier, welches auch durch seinen durchweg frischen Geschmack punktet. Skeptisch stehe ich nur der – zwar sehr ansprechend designten – orangenen Flasche gegenüber. Ich weiß nicht, wie lange diese Farbe hält oder ob sie in der Heimatbrauerei in Hallerndorf oder irgendwo sonst einfach wieder entfernt werden kann. Als Händler muss ich mich jedenfalls auch mit der steigenden Zahl verschiedener Flaschenformen und -Farben auseinandersetzen, die im Leergutbereich einen Platz finden müssen. Zumindest dürfen Sie zusammen mit den weißen Kellernbier-Flaschen in diselbe Kiste 🙂

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Verkostungsnotiz – ST. ERHARD SAISON

Kurz bevor der Weihnachstrubel in den Endspurt ging erreichte uns aus Bamberg von der ST. ERHARD Brauerei quasi frisch aus der Abfüllanlage das brandneue Saison oder auch Farmhouse Ale genannte Bräu.

In Shortneck abgefüllt macht die kleine Flasche optisch wenig her, das Design des Labels ist eher schlicht gehalten, verrät aber auf der Rückseite ein wenig zum Hintergrund des Bierstils.

Im Glas ist das 6,5%-Vol. Bier kastatanienbraun, relativ trüb und wird von einem recht stabilen, cremefarbenen und samtigen Schaum gekrönt.
In der Nase macht sich als erstes die Hefe bemerkbar gefolgt von satten Karamellnoten. Ein wenig (wenn für mich auch nicht näher definierbare) Frucht schwingt ebenfalls mit.
Der Geschmackseindruck wird ebenfalls vordergründig vom Karamell geprägt, hinten raus kommt (wie auf dem Label versprochen) auch noch ein wenig vom Hopfen mit. Das passt gut, denn so wird die Süße vom Malz wieder etwas relativiert.
Insgesamt ein schönes Saison, mir ist es allerdings persönlich einen Tick zu leicht, fast schon subtil, mir fehlt ein wenig mehr Körper.