Pro-Bier.com 2017

Nun ist sie Geschichte – die erste pro-bier.com Messe aller Zeiten. Am vergangenen Freitag und Samstag traf sich eine kleine aber feine Auswahl an hauptsächlich lokalen Craft-Brauern im Charivari in Bochum Wattenscheid.

Im Gepäck hatte jeder der 13 Aussteller eine kleine Auswahl ihrer besten Biere (und in einem Fall auch Whiskies). Die auf den ersten Blick (im Vergleich mit anderen Bier-Messen) doch recht klein anmutende Location entpuppte sich jedoch nach kurzem Rundgang als die perfekte Größe. Während man bei den größeren Messen stets viele Biere unprobiert liegen lassen muss und sich daher wirklich nur die herausstechendsten Kreationen gönnt, konnte man hier auch wirklich fast alles probieren.

Interessant ist zu beobachten, dass die Craft-Bier-Bewegung nun auch in NRW wirklich langsam Fahrt aufzunehmen scheint. Konnte man noch vor 2 Jahren froh sein, wenn man ein IPA von einer lokalen Brauerei findet, so hatte an diesem Wochenende fast jede Brauerei eines dieser hopfenbetonten Gebräue im Gepäck.

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Besonders angenehm war die kleine Location auch in Hinblick auf den Kontakt mit den Brauern. So sind mir die sehr interessanten Gespräche mit Michael Kesselböhmer von Mücke und Mark Trzeschan von Motschbräu (im übrigen dem einzigen, ausschließlichen Homebrewer auf der Messe) sehr positiv im Gedächtnis geblieben.
Während mir Michael viel über die Motivation hinter ihrem Bier und die Herausforderungen des Craft-Bier-Marktes zu berichten hatte, konnte man mit Mark wunderbar über seine ersten Messe-Erfahrungen und die mitgebrachten Kreationen (mein Favorit war klar das Witbier mit Basilikum) fachsimpeln.

Wer schon die Whisky’n’more besucht hat, dem lief hier ein unverkennbarer, alter Bekannter über den Weg: Andrew Scott McNeill von Celtic Events hatte diesmal die Biere der Black Metal Brewery aus Schottland und die bekannten Hanscraft-Biere im Gepäck. In einem von Andy und Brauer Jan geführten Tasting konnten wir uns erneut von Andys einzigartigem Wesen anstecken lassen und die Black Metal Biere testen.

Insgesamt eine wirklich schöne und gelungene Premiere in fast schon familiärer Atmosphäre war das und wir freuen uns schon auf die nächste Ausgabe!

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UPDATE: Finest Spirits & Beer 2016 – eine Absage an Bochum

03.08. 18:20 Uhr UPDATE:

Ein neuer Beitrag auf der Finest-Spirits-Facebook-Seite verrät den wahren Grund dafür, dass es dieses Jahr keine Veranstaltung in Bochum geben wird. Es sind nach Angaben des Veranstalters einfach zu viele Events pro Jahr (München wird ausgebaut, Wien kommt neu hinzu) und wir alle wissen ja, dass er keine halben Sachen macht! Es fehlt schlicht die (Man-)Power! Na dann!

23.07. 09:33 Uhr UPDATE:

Zwischenzeitlich wurde auch der neue Beitrag, in dem auf diesen Blogbeitrag verwiesen wurde, von der Finest-Spirits-Facebookseite entfernt. Wir sind gespannt, wann wir ein neues Statement vom Betreiber erhalten.

18:57 Uhr UPDATE:

Der Beitrag, in dem die Absage der FS&B in Bochum angekündigt wurde, wurde mittlerweile von den Betreibern der Facebookseite der FS&B entfernt.
Um unseren Bericht weiterhin zu verstehen findet ihr im Folgenden den Originalpost:

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Zwei mal hat es bisher in Bochum die große Biermesse gegeben – als Fusion aus den Münchener „Mutterveranstaltungen“ „Finest Spirits“ und „Braukunst Live!“.

Nach dem im Oktober 2014 Bahnstreik und zu gutes Wetter für eine eher mittelmäßig gut besuchte Messe gesorgt hatten, waren 2015 schon deutlich mehr Bier- und Schnaps- Interessiert in der Bochumer Jahrhunderthalle zugegen und haben probiert und gefachsimpelt, was das Zeug hielt. Namhafte Brauereien aus der Region und ganz Europa waren vertreten und das Gefühl sagte und: Ja! Das wird klappen. Immer mehr Bierinteressierte gibt es auch im Ruhrgebiet, dieser Eindruck setzt sich seit Oktober im Biermuda (dem ersten Bierfachgeschäft im Ruhrgebiet) kontinuierlich fort.

In letzter Zeit kamen bereits Fragen auf, wann denn die Veranstaltung in diesem Jahr stattfinden würde. Bis heute gab es keine Ankündigung, weder zu Ort noch Zeit.

Jetzt hat sich der Veranstalter auf seiner Facebookseite zu Wort gemeldet. Keine Finest Spirits & Beer mehr in Bochum! Die Begründung: zu strukturschwach, zu wenig los in der Stadt. Das scheint nicht zum Image der Braukunst Live zu passen.

Das falsche Signal, sagen wir. Mit der Begründung, hier sei zu wenig los, die eigene Veranstaltung ebenfalls aus der Stadt abzuziehen, trägt der Veranstalter seinen Teil zum kritisierten Zustand nicht nur der Stadt, sondern der Region bei.

Die Botschaft, die damit kommuniziert wird, ist klar: München als Stadt der High Society funktioniert, in Berlin und Hamburg kümmern sich andere. Das Ruhrgebiet (und als Ruhrstädter sehen wir uns) passt nicht zum hippen Biertrend? Oder was will man damit sagen. Kommentare gibt es bei Facebook schon ein paar, die vielleicht auch bedeuten könnten, dass es gar nichts mit der zuerst genannten Begründung zu tun hat, sondern mit der Suche nach einer passenden Location, die es ermöglicht, die „Spirits“ und das „Beer“ voneinander zu trennen. Dieses hielten wir wiederum für sehr sinnvoll und in dem Fall wäre die Jahrhunderthalle als solche sicher auch tendenziell etwas zu groß. In Essen oder Dortmund ist die Auswahl sicher etwas größer, wir hoffen auf baldige Neuigkeiten zur Thematik.

Dennoch: Bochum liegt zentral. Und wenn es mit der „Braukunst Live Ruhr“ wie wir als die Bier-Fraktion sie jetzt einfach mal nennen, nichts wird, kümmert sich vielleicht bald jemand anders um eine Veranstaltung, über die wir alle uns dann wieder freuen können!

Finest Spirits & Beer 2015 – Der Rückblick

3 Tage bestes Bier und hochwertige Spirituosen liegen hinter uns und einem probierfreudigen Publikum. Zeit, für einen kleinen Rückblick und einen Blick in die Zukunft der FSB in (hoffentlich weiterhin) Bochum!

Grauer Himmel, herbstliche Temperaturen und KEIN Bahnstreik (dafür ein abgebranntes Duisburger Stellwerk) – was für den Besucher eher abschreckend klingt sind laut Veranstalter Frank Böer fast ideale Umstände für eine Bier und Spirituosenmesse. Im letzten Jahr machten sommerliche Temperaturen und strahlender Sonnenschein zusammen mit dem mobilitätshemmenden Bahnstreik den Ausstellern und Böer nämlich das Leben ein wenig schwer, schienen sich doch viele Menschen eher überlegt zu haben, das gute Wetter für Outdoor-Aktivitäten zu nutzen. Wie Böer bei der Begrüßung der Presse am Freitag erklärte, konnte er trotzdem mit den Besucherzahlen im letzten Jahr angesichts der beschriebenen Umstände zufrieden sein.
Nach einigen einleitenden Worten und einer expliziten Bekenntnis zur Location Jahrhundert Halle Bochum als herrausragendes Beispiel pöttlicher Industriekultur übergab er das Wort an Jürgen Witt, seines Zeichens Geschäftsführer des Verbandes Nordrhein-Westfälischer Brauereien. Auch Witt freute sich über die Neuauflage der Messe und die neue, deutsche Biervielfalt, wenngleich er sich auch entschieden hinter das Reinheitsgebot stellte. „Die deutsche Bierlandschaft verfügt über eine enorme Vielfalt an Bieren und die immer neuen Kombinationen der 4 Zutaten des Reinheitsgebotes lassen weiterhin ungeahnt viele Möglichkeiten der Braukunst zu.“. Da die Presserunde nicht nur aus lokalen Zeitungen sondern eben auch aus fachkompetenten Bierbloggern bestand, stieß diese Verteidigung auf wenig Gehör und wirkte etwas deplatziert (so konnte man natürlich auf der Messe selbst diverse Biere jenseits des Reinheitsgebotes probieren).

Frank Böer und Jürgen Witt begrüßen die Presse

Frank Böer und Jürgen Witt begrüßen die Presse

Anschließend an diese kleine Einleitung hatten wir dann Gelegenheit, uns als erste Besucher bei einem Rundgang durch die Halle an ausgewählten (zumeist Premium-Partner der FSB wie Pilsner Urquell, Campari/Appleton, Craftwerk Brewing) Ständen von der Qualität der mitgebrachten Produkten anhand kleiner (oder teilweiser größerer) Geschmacksproben überzeugen. Zu den einzelnen Proben gab es jeweils eine kleine Information der verantwortlichen Brauer / Brenner zu ihrer Arbeit und den Produkten. Da jedoch noch ein ganzer Messetag vor uns lag, begnügten wir uns bei den Proben mit einigen wenigen Schlucken.

 

Das erste Highlight des Tages kam dann auch direkt bei diesem Rundgang am Stand von Lokalpatriot Moritz Fiege: der demnächst auch im Handel erhältliche Pilsbock war trotz seiner 7,8 Vol.-% überraschend spritzig und sehr trinkbar. Angenehmerweise wird die Bierspezialität nicht wie zu erwarten wäre im Premium 0,75l-Gebinde angeboten sondern in der 0,33l Flasche zu einem Preis von unter 3,- €. Zuschlagen lohnt sich!

Unsere besonderen Highlights fanden sich dieses Jahr z.B. am gemeinsamen Stand von Sebastian Sauers Freigeist Bierkultur und dem Dortmunder Getränkefachhandel Rudat. Ersterer ist bekannt für seine ausgefallenen Biere und das Bemühen, längst ausgestorbene Biersorten wieder zum Leben zu erwecken während Letzterer sich zu einer der Anlaufstellen für Craft-Bier-Interessierte im Revier gemausert hat. So überzeugte uns zum Beispiel das Othello Porter von Freigeist mit komplexen Kaffee-, Schoko- und Röstaromen welche nur vom Barrel Reserve Dark Side Of The Moonby von Kissmeyer Beer & Brewing übertroffen wurde.

Sebastian Sauer und Christian Rudat

Sebastian Sauer und Christian Rudat

Bei den Kollegen von One Pint gab’s dann feines aus Dänemark, den USA und England zu probieren. Interessant hier das Sierra Nevada Hop Hunter IPA das mit destilliertem Hopfenöl gebraut wird und dadurch eine intensive Bittere und Geschmackskomplexität erhält.

Hopfen ist ein gutes Stichwort, denn am Stand von der Baath-Haas Group hatte neben den Schweizern von Doppelleu und dem österreichischen Brew Age auch das Berliner Urgestein Thorsten Schoppe sein Bierlager aufgeschlagen und präsentierte neben den bekannten SchoppeBräu und Flying Turtle Bieren auch sein Helles das wir bisher noch nicht kannten, das aber wie zu erwarten war sogleich überzeugen konnte.

Von organisatorischer Seite her kann man Frank Böer nur erneut beglückwünschen. Die Glasorganisation funktionierte tadellos und die Toilettenanlagen der Jahrhundert Halle sind großzügig ausgelegt so dass es (zu mindest bei den Herren) keine Staus gab. Auch von Seiten der Verpflegung hat man dieses Jahr dazugelernt: nicht nur das eigene Catering der Jahrhundert Halle (Currywurst für 4,- € sind dann doch etwas happig) waren vorhanden. In der Halle gab es zünftige Tiroler Spezialitäten die doch eine gute Grundlage bilden konnten. Als Snack zwischendurch war auch das original amerikanische Jerky eine nette Alternative. Dennoch wäre die Idee, vor der Halle den ein oder anderen Food Truck vorfahren zu lassen sicher eine weitere Überlegung wert (wie wäre es mit Beer meets Street Food?).

Insgesamt waren es tolle 3 Tage in Bochum mit grandiosen Bieren, tollen Leuten und einer einzigartigen Atmosphäre. Da davon auszugehen ist, dass der Craft-Bier-Boom in Deutschland weiter Fahrt aufnimmt dürfen wir ebenfalls hoffen, dass es auch im nächsten Jahr wieder eine FSB in Bochum geben wird. Wir sind dabei!

 

Auf ein Neues: Finest Spirits & Beer 2015 in Bochum

Nach einer, zu mindest für die Aussteller, aufgrund niedriger Besucherzahlen relativ schwachen Premiere im letzten Jahr steht Frank Böers Craft-Beer- und Spirituosenmesse auch dieses Jahr wieder in den Startlöchern. Vom 09.-11.10. gibt es auf der Finest Spirits & Beer in der bewährten Kulisse der Jahrhunderthalle in Bochum wieder allerlei alkoholische Leckereien zu erleben.

Knapp 60 Aussteller zählt die Liste der teilnehmenden Brauer und Brenner in diesem Jahr und es ist zu hoffen, dass die rund 2.200 Besucher von letztem Jahr dieses Mal deutlich übertroffen werden. Wenigstens die äußeren Umstände scheinen deutlich vorteilhafter zu sein: es zeichnet sich kein Bahnstreik ab und die AquaVitae in Mühlheim findet diesjährig auch erst am darauf folgenden Wochenende statt.
Leider vermissen wir im Craft-Beer Segment dieses Jahr persönliche Favoriten wie Ale-Mania und Hanscraft & Co. Treu geblieben sind dafür aber SchoppeBräu sowie Sebastian Sauers Freigeist Bierkultur bzw. der Bierkompass und wir freuen uns z.B. besonders auf die Schweizer Brauer von Doppelleu.
Wir werden voraussichtlich am Freitag und Samstag unsere Runden drehen und natürlich viel proBieren und ausführlich berichten. Haltet die Augen offen nach unseren schönen, grünen T-Shirts und sprecht uns gerne mal an!

Mainz bekommt eigene Craft Beer Messe!

Wie wir der unterstehenden Pressemitteilung entnehmen können, bekommt Mainz im November diesen Jahres seine eigene, auf unser Aller Lieblingsgetränk spezialisierte Messe. Wir dürfen gespannt sein, wie sich das Format entwickelt und auf die Resonanz in der Szene. Es wäre auf jeden Fall sehr wünschenswert, eine weitere Möglichkeit zum Austausch mit Brauern und Bier-Freunden zu haben und die Daumen für die erfolgreiche Erstveranstaltung sind gedrückt! 

Zwei Tage im Zeichen höchster Braukunst: Am 27. und 28. November 2015 veranstaltet das Messeunternehmen RAM Regio die erste CraftBeerMesse der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. In der Alten Lokhalle werden kreative Brauer ihre Produkte vorstellen und zum Verkosten anbieten. Der angeschlossene HobbyBrauerMarkt bietet interessierten Besuchern das nötige Equipment zum Selberbrauen. Vorträge und Workshops liefern das Wissen dazu. Auch ein Hobbybrauerwettbewerb ist geplant. Im Bereich „Finest Food“ kann der Messebesucher bei ausgesuchten Anbietern den berühmten Bierhunger stillen. Im Messeshop stehen die präsentierten Biere zur Mitnahme bereit. Partner des Messeveranstalters ist das CraftBeer-Zentrum Mainz. Die Projektleitung der CraftBeerMesse liegt in den Händen von Michael Hay, selbst Hobbybrauer und Craft Beer Fan. Unter dem Begriff Craft Beer (Craftbier) versteht man individuell gebraute Biere, die sich in Qualität und Geschmack von den industriell gefertigten „Massenbieren“ abheben. Dabei experimentieren kreative Brauer auch schon mal mit Zutaten jenseits von Hopfen, Malz, Wasser und Hefe und lassen historische Bierstile wieder aufleben. Natürliche Zutaten und traditionelle Braukunst, verbunden mit innovativen Rezepten, zeichnen die Craft Brauer aus. Der deutsche Craft Beer-Markt erfreut sich an stetigem Wachstum. Regelmäßig eröffnen neue innovative Brauereien, die mit Sorten wie Porter, Rauchbier, India Pale Ale oder Barley Wine die deutsche Bierlandschaft bereichern und mit ungeahnter Geschmacksintensität bei bekannten Stilen wie Pils oder Weizen überraschen. Die Bekanntheit solcher Bierspezialitäten zu steigern und deren Verfügbarkeit in Gastronomie und Handel zu erhöhen ist das Ziel der Mainzer CraftBeerMesse. Mit ähnlicher Zielsetzung veranstaltete die RAM Regio in diesem Jahr erstmals die Wein-Direktverkaufsmesse „RegioWein“. 78 Winzer aus den umliegenden Weinregionen konnten an ihren Probierständen erfolgreich auf sich und ihre Weine aufmerksam machen und dabei über 800 Kisten Wein verkaufen. Die erste Mainzer CraftBeerMesse wird an beiden Veranstaltungstagen – Freitag und Samstag – von 14 bis 22 Uhr geöffnet haben. Kontakt: Michael Hay, Tel. 06131 96504-40, E-Mail m.hay@ram-gmbh.de. Weitere Infos: www.craftbeermesse.de, www.facebook.com/craftbeermesse 

 

Finest Spirits & Beer 2014 in Bochum

Vom 17.-19.10.2014 fand erstmalig in der Bochumer Jahrhunderthalle die Finest Spirits & Beer statt – wir waren dabei.

Initiator und Veranstalter Frank Böer ist ein Mann mit Ideen und Ambitionen: nachdem er bereits die Finest Spirits sowie die Braukunst Live! in München (hier gibt’s unseren Erfahrungsbericht zu letzterem) ins Leben gerufen und mehrfach veranstaltet hat, macht er sich nun auf, auch den Ruhrpott zu beglücken. Und was läge da näher, als einfach beide Veranstaltungen zu kombinieren und die Finest Spirits & Beer auszurufen?

Die Location Jahrhunderthalle Bochum könnte dabei nicht passender gewählt sein: sie verkörpert nicht nur all das, was man gemeinhin mit Industriekultur und dem Ruhrpott verbindet, sondern ist auch bereits Anfang des Jahres Location für die Whisky ’n‘ More gewesen. Am letzten der drei Ausstellungstage fanden wir dann auch endlich unseren Weg zu Bier und Whisky. Mit den Eindrücken der BKL in München Anfang diesen Jahres im Kopf bot sich in Bochum in weiten Teilen ein ganz anderes Bild. Auffallend war als erstes sicherlich die relativ geringe Besucherzahl. Schrieben wir anfangs diesen Umstand noch dem herrlichen, sonnigen Herbstwetter und dem Sonntag zu (schließlich darf man davon ausgehen, dass am Montag die meisten Menschen wieder zur Arbeit erscheinen müssen), erfuhren wir doch später im Gespräch mit diversen Brauern, dass leider auch die anderen beiden Tage nicht besser frequentiert waren.

So konnten sich doch auch wirklich einige interessante Gespräche mit den Ausstellern ergeben, was für den Besucher sicherlich ein angenehmer Faktor sein dürfte (es war wesentlich mehr Platz in den Gängen, die im übrigen auch deutlich breiter als auf der BKL gestellt waren). Frank Böer sowie die Aussteller dürften der geringeren Besucherzahl allerdings aus nachvollziehbaren Gründen nicht so positiv gegenüber stehen. Wir können also nur hoffen, dass auch der Veranstalter die Gründe für nicht schwerwiegend genug hält, um gleich nach der ersten Veranstaltung dieser Art, gerade im Ruhrgebiet, diese Events gleich wieder einzustellen. Den Markt für interessante Biere gibt es gerade hier nämlich allemal.

Dabei erwarteten den interessierten Bier- oder Whiskytrinker in Bochum ein wirklich schönes Gemisch beider Genusswelten. Die Aufteilung lag etwa bei 50/50 und man verzichtete (vermutlich bewusst) auf eine klare Trennung von Bier- und Whiskyteil, so dass man zwangsläufig auch als Biertrinker immer wieder an einem Whisky, Rum oder bayerischem Gin vorbeikam (und probierte). Fehler im System, die auf der BKL noch störten, wurden in Bochum behoben: in regelmäßigen Abständen standen nun Mineralwasserspender, die man entweder zum Ausspülen des Glases oder zur kurzen, nichtalkoholischen Tränkung nutzen konnte. Auch ein weiterer, großer Kritikpunkt der BKL konnte aufgrund der vorhandenen Infrastruktur behoben werden: die Jahrhunderthalle bietet mehr als genug Toilettenanlagen, so dass zu keinem Zeitpunkt Gedränge oder Wartezeit aufkam. So wünscht man sich das!

Im Vordergrund sieht man gut eine der Trinkwasser-/Spülstationen

Im Vordergrund sieht man gut eine der Trinkwasser-/Spülstationen

Auch das Angebot an verschiedenen Brauereien war durchaus variantenreich und gut gemischt (schön auch zu sehen, dass sich Lokalpatriot Moritz Fiege nicht lumpen ließ, auch mit einem Stand vertreten zu sein – das dort zum snacken angebotene karamelisierte Malz ist der Hammer!). Einer unserer Lieblingsstände war der gut sortierte Stand von Freigeist Bierkultur, die sich mit Mikkeller, To Øl und Nøgne Ø auf dänisch-norwegische Völkerverständigung spezialisiert hatten und mit sympatischen und kompetenten Standpersonal zu jedem Bier eine kurze Erläuterung geben konnten (danke Phil!).

 

Fachkundiges, perfekt geschultes und vor allem freundliches Personal hatte aber diesmal wirklich jeder Aussteller am Stand, so dass in Verbindung mit dem vielen Platz und der Zeit, die sich jeder nehmen konnte, wirklich jede Verkostung ein tolles Erlebnis war.
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Sehr schön ist auch immer wieder zu sehen, wie sich die bekannten deutschen Craft-Brauer verständigen und kooperieren, statt gegeneinander zu arbeiten: Schoppe Bräu, Hanscraft & Co. / Hans Christian Müller und Ale-Mania teilten sich einen großen Stand.
Eigentlich sollte die Masterclass von Thorsten Schoppe – für die wir uns direkt beim Betreten der Halle angemeldet hatten – im Seminarraum stattfinden. Thorsten hatte aber leider nur 6 Anmeldungen zu verbuchen und so beschloss er (sehr zu unserer Freude), die Verkostung direkt am Stand mit Bieren frisch vom Fass zu halten. Und wie wir es erwartet hatten, wurden wir nicht enttäuscht. Thorsten gab im Gespräch tolle Eindrücke vom Brauerleben, seiner Laufbahn und der Situation zur deutschen Craft Bier Szene generell. So persönliche Kontakte waren in München leider nicht möglich.

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Das Dreigestirn der deutschen Craft Bier Szene am Platz

Wenn man also viel besser gemacht hat, woran lag es dann, dass trotzdem (zum mindest für uns augenscheinlich) die Besucher ausblieben? Lag es an der gleichzeitig in Mülheim stattfindenden Whisky-Messe Aquavitae, die zu mindest einen Teil der potentiellen Besucher eher nach Mülheim zog? Lag es an dem doch recht hohen Preis von € 20,- der vielleicht für das noch nicht ganz so „vercraftete“ Ruhrgebiet etwas hoch sein könnte? Unverständlicherweise wurden auch keine Mehrtagestickets angeboten, so dass man den vollen Preis nochmals zahlen musste, wenn man die ganze Bandbreite der angebotenen Produkte probieren wollte. An einem einzigen Tag jedenfalls schafft man kaum ein Viertel der Messe. Wie immer liegt das nicht nur an der fehlenden Zeit, ganz besonders bei den vielen Möglichkeiten zu intensiveren Gesprächen. Bei solchen Veranstaltungen mit Bier- und Spirituosenverkostungen ist eben irgendwann immer dann auch mal „das Maß voll“, wenn ihr versteht, was ich meine. Insgesamt dürfte hier aber auch der Bahnstreik an diesem Wochenende stark ins Gewicht gefallen sein. Wer möchte bei so viel feinem mit teils recht hohem Alkoholgehalt schon mit dem Auto kommen?

Wie dem auch sei: Wir freuen uns sehr, das der Termin für nächstes Jahr (zumindest zum jetzigen Zeitpunkt) bereits wieder gebucht ist, allerdings auch wieder parallel zur Aquavitae und kommen für unsere persönlichen Eindrücke zu dem Fazit:

eine tolle Messe mit variantenreichen Ausstellern die einlädt, auch mal zu probieren, was man sonst nicht trinken würde!

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Cheers / Sláinte!