Verkostungsnotiz – Heidenpeters IPA German Style

Es ist schon faszinierend zu sehen, wie Johannes Heidenpeter von einem studierten Künstler mit Abschluss an der Berliner Kunsthochschule zu einem der angesagtesten Craft-Brauer in der Hauptstadt, wenn nicht sogar ganz Deutschland avanciert. Sein kleiner Taproom in der Markthalle 9 in Berlin boomt und über seine Biere hört man nur positives. Dank Kollege Felix vom Endt von Lieblingsbier.de haben wir nun (noch vor dem Festivial der Bierkulturen in Köln Ende Mai) die Gelegenheit, eine kleine Auswahl zu probieren. Den Anfang mach das IPA German Style.
Orange-golden fließt das Bier aus der Flasche mit dem minimalistisch-schick designten (neuen) Etikett ins Glas und bildet sogleich einen relativ langlebigen und feinen Schaum aus. Die Nase erfüllen wie erwartet fruchtige Noten. Mir als erstes aufgefallen ist dabei aber eine leichte beerige Komponente, abseits der sonst erwarteten tropischen Früchte. 

Im Antrunk fehlt mir ein wenig mehr Komplexität. Entweder spielt mir der Heuschnupfen doch übler mit als gedacht oder aber das Bier ist geschmacklich doch eher flach gehalten? Jedenfalls dominiert die angenehme Hopfenbittere vor der Fruchtigkeit relativ deutlich. Im Vergleich zu den letztlich doch recht stark karbonisierten IPAs von Ale-Mania ist der Heidenpeters-Sud was CO2 angeht sehr zurückhaltend, was aber der Trinkbarkeit sehr zu gute kommt.

Der Nachtrunk bleibt ebenfalls dominiert durch den starken Hopfen. Zusammengenommen sicherlich ein gutes 3.5/5 Punkte-Bier, jedoch zu meiner deutschen Referenz dem Backbonesplitter von Hanscraft & Co. etwas blass.

  

Advertisements

Bierverkostung: Hanscraft & Co. Backbonesplitter West Coast IPA

Christian Hans Müller sorgte bereits mit seinem Bayerisch Nizza für Aufsehen und dies nicht nur wegen der hervorragenden Qualität des leichten Sonmerbieres, sondern auch wegen dem Streit mit den Anwälten des Bayerischen Brauerbundes um die Bezeichnung „Bayerisch“ (Kollege Felix vom Endt berichtete ausführlich auf seinem Blog).
Jetzt hat sich der Münchener Brauer mit dem Label Hanscraft & Co. eine Möglichkeit geschaffen, auch weniger traditionell deutsche bzw. bayerische Biere zu brauen: Hanscraft & Co. soll sich nämlich im Besonderen international inspirierten Bierspezialitäten widmen.

Den Anfang macht das West Coast IPA Backbonesplitter. Mit einer extrem guten Bewertung bei ratebeer.com versprach auch diese Kreation ganz großen Biergenuss und in der Tat wurden wir bei der Verkostung nicht enttäuscht!

Backbonesplitter West Coast IPA

Backbonesplitter West Coast IPA

Mit 60 IBU bei 6,6 %-Vol. Alkoholgehalt pendeln wir uns auf jeden Fall schon mal bei den gängigen Werten für (West Coast) IPAs ein. Im Glas entsteht beim Einschenken ein feiner Schaum der sich jedoch relativ rasch von dem satt bernsteinfarbenen Bier verflüchtigt. Auch in der Nase festigt sich das Bild eines sehr guten, typischen IPAs mit einer Mischung von Zitrus und exotischen Früchten und ich meine sogar einen Hauch Banane vernommen zu haben. Geschmacklich entfaltet sich die quad-hopped Hopfenbombe dann richtig: Horizon, Amarillo, Centennial und Simcoe sorgen für ordentlich Herbe und ein erfrischendes Aroma (die Eindrücke vom Duft machen sich hier wieder bemerkbar). Es bleibt außerdem ein dezentes Malzaroma mit angenehmer leichter Süße, die den Hopfen gut auffängt.
Ein hervorragender Einstieg in das klassische IPA Segment und ein sehr gutes Bier wie man es so in Deutschland nur von einer handvoll Brauern kennt. Unbedingt probieren (zum Beispiel bei „Die Currywurst“ in Wanne-Eickel erhältlich)!

BrewDog Bar London Shoreditch – Mekka für Craft-Beer-Fans?

Als meine mir Angetraute mir am heiligen Abend ein kleines Paket überreichte, in dem sich ein Buch namens „1000 things to do in London for under £10“ befand, wusste ich gleich: Das kommende Jahr wird legendär. Wir würden nach England fahren, ins Land der Ales, des IPA, der Fish&Chips, des richtigen Englisch, der…Moment. Gibt es dort, in der Hauptstadt des britischen Königreiches, seit einiger Zeit ebenfalls Vertretungen von Brewdog? EXAAAAAACTLY! Weiterlesen

Selbst gebraut – die Zweite!

Ziemlich genau drei Wochen vor Weihnachten haben wir uns wieder getraut: Die zweite Runde mit meinem Selbstbrauset stand an. Mit der Erfahrung unseres ersten Durchgangs, einer anderen Mischung und ein wenig Motivation sollte alles besser werden. Und siehe da: Mehr als diese Zutaten braucht man nicht, um ein trinkbares Bier herzustellen. Weiterlesen

Premium-Bierverkostung in der Erlebbar Dortmund

Ein professioneller Bierverkostungsabend – das wäre doch was!

…dachte ich mir und schlug zu, als das Angebot für zwei Personen bei Groupon aufschlug. Die Erlebbar in Dortmund-Hombruch und ihr Leiter Nils Walbrecht, der schon in den verschiedensten hochklassigen Restaurants gekocht hat, luden ein zur „Premium-Bierverkostung“. Ein ideales Geburtstagsgeschenk für Daniel, denn in der Beschreibung war die Rede von außergewöhnlichen und neuen Biersorten, die so ganz anders schmecken sollten als das, was wir üblicherweise kennen.

Die Erlebbar

In der Hoffnung auf eine hübsche Auswahl an Craft-Bieren machten wir uns also am 19. Juli auf den Weg nach Dortmund. In der Erlebbar, die einem großen REWE-Markt angegliedert ist, kocht Nils üblicherweise in seiner großen Erlebnisküche besondere Gerichte und bietet zudem Weinverkostungen an. Die Teilnehmer dürfen oft mitkochen, die Erlöse gehen hin und wieder an wohltätige Organisationen. Eine moderne und nette Idee also, seine Freizeit zu verbringen.

Die Bierverkostung allerdings ist für die Betreiber eine ebenso außergewöhnliche Angelegenheit für den Großteil der 30 Teilnehmer an dem exklusiven Abend. Sie war die einzige Veranstaltung dieser Art in diesem Jahr – normalerweise geht es hier um Wein. Und als wir die Angliederung an den REWE-Markt bemerkten und von der Tatsache erfuhren, dass eben dort vor kurzem erst ein ganz besonderer Kühlschrank mit Craft-Bieren aufgestellt wurde, war uns schnell klar: Wir werden es heute wohl mit BraufactuM zu tun bekommen.

Der Abend

Und so war es dann auch. Nils stellte sich der Gruppe vor, gab aber gleich zu, dass seine Fachkenntnis nicht weit reiche, wenn es um Biere geht. So übergab er das Wort an den Fachmann von Braufactum, der zunächst einige Worte zur Geschichte des Bieres, den verwendeten Rohstoffen und der Craft-Beer-Bewegung verlor. Nils, der sich mit seinem Bedienungsteam um kleinere Snacks zwischen den Bier-Gängen kümmerte, zog sich sodann in die Küche zurück, die zugegeben die Hälfte der vorhandenen Fläche in der Erlebbar ausmacht.

Es folgten sieben Gänge an BraufactuM-Bieren, zu denen dem zum großen Teil sehr überraschten Publikum jeweils eine Geschichte, die Zutaten, die Geschmacksnoten und allerlei weiteres Wissenswerte erzählt wurde. Außer uns ist uns unter den Teilnehmern niemand aufgefallen, der oder die schon einmal etwas mit Craft-Bieren zu tun gehabt hatte, einige waren gar offensichtlich zu dem ehrenwerten Zweck gekommen, möglichst viel Alkohol in möglichst kurzer Zeit zu sich zu nehmen.

Die Biere

Wir verkosteten nacheinander zu erlesenen Canapés wie mit Frischkäse bestrichenen Schwarzbrotquadraten oder mit gebratenem Speck umwickelten Walnüssen und Datteln sieben verschiedene Biere aus dem BraufactuM-Portfolio:

Jeder der Teilnehmer hatte dazu ein gebrandetes Teku-Glas vor sich stehen, was am Anfang der Veranstaltung für Verwirrung sorgte („Wo ist denn das Bierglas?!“). Die Kellner verteilten jeweils 0,1l in die Gläser, das Bier kam selbstverständlich aus den Flaschen, wie sie auch im REWE oder – wie bei uns in Bochum – im EDEKA zu finden sind.

Anmerkungen

Gut die Hälfte der Biere hatten Daniel und ich schon einmal probiert, alle sind allerdings durchaus trinkenswerte Gebräue, ganz besonders für den Einstieg in die Welt der „hochwertigeren“ oder eben einfach außergewöhnlichen Biere. Die Veranstaltung war angesetzt für 19 bis 23 Uhr, allerdings fielen uns einige merkwürdige organisatorische Eigenheiten auf. Neben der Verspätung des Beginns um über 20 Minuten, weil noch Gäste fehlten, waren die Zeitspannen zwischen den verkosteten Bieren mal sehr kurz, mal mit fast einer halben Stunde außerordentlich lang. Zu trinken hatte man wie angemerkt jeweils 100 ml, sodass man sich die Zeit anderweitig zu vertreiben suchte und die reichhaltigen Flammkuchen-Vorräte dezimierte. Um kurz nach 22 Uhr war der offizielle Teil im Prinzip vorbei und wir durften die Kellner noch mit Wünschen nach Nachschlag unserer favorisierten Biersorten belästigen, denn tatsächlich hatte man vorgesorgt und einige zusätzliche Flaschen nach Dortmund mitgebracht.

Uns wunderte allerdings die chronologische Abfolge der Biere und deren Auswahl. So standen beispielsweise Brothäppchen und Schmalz während der gesamten Dauer vor uns auf den Tischen, die Biere wurden zwar stärker, dann aber ließ der Alkoholgehalt wieder etwas nach. Gemäß den Notizen im BraufactuM-Sortenbuch hatten wir uns jedoch schon darauf eingestellt, dass zum jeweiligen Bier auch entsprechende Snacks gereicht werden und – vor allem – beispielsweise ein tiefschwarzes Porter oder Stout den Abschluss macht und von etwas Schokolade bzw. Pralinen begleitet wird. Eine durchgängig erkennbare geschmackliche „Reise“ durch die Biersortenwelt war aber möglicherweise von Seiten der Veranstalter schon im Vorhinein als zu komplex für das Zielpublikum angesehen worden.

Fazit

Alles in allem war die „Premium-Bierverkostung“ in der Erlebbar durchaus eine lohnenswerte Veranstaltung. Wir konnten ein paar der noch fehlenden BraufactuM-Biere in unserer Sammlung nachholen und erfuhren auch noch ein paar interessante Kleinigkeiten aus der Welt der Biere (und Craft-Biere). Insgesamt richtet sich das Event allerdings ganz klar an den gemeinen Pils-Trinker, den die Worte „außergewöhnlich“ und „Premium“ reizen, „so was einfach mal zu machen“ und der hinterher doch sehr überrascht über die Vielfalt der Bierkultur (und die geringe Menge in den Verkostungsgläsern) ist. Der Normalpreis für die Veranstaltung beträgt 36 € pro Person, der im Prinzip in Ordnung geht.

 

Craftwerk Brewing Verkostung

Kaum ist Bitburger mit Craftwerk Brewing (wir berichteten) dabei, in den heiß umkämpften Markt einzusteigen, erreichte uns auch schon das großzügig bemessene Verkostungspaket mit je 2 Flaschen der 3 Sorten und 2 Verkostungsgläser. Auf geht’s, Flaschen gut gekühlt und ran an die Verkostung:

Tangerine Dream

Tangerine Dream, Single Hop Pale Ale von Craftwerk Brewing

Tangerine Dream, Single Hop Pale Ale von Craftwerk Brewing

Zum Start schenkten wir das Single Hop Pale Ale ein. Im Glas schimmert das mit 5,8%-Vol. Alkoholgehalt angenehm „leichte“ Bier honigfarben mit einem Stich Orange und mit einem leichten, feinporigen Schaum. In der Nase kann man dezent Orangen und Grapefruit erkennen (was man bei dem Mandarina Hopfen erwarten durfte). Der erste Schluck sorgte dann doch für Erstaunen: eine wirklich ziemlich intensive Hopfenbittere dominiert vor den auch hier leicht vorhandenen Zitrusnoten. Die angepriesene Explosion auf der Zunge blieb uns allerdings geschmacklich verwehrt. Uns fehlte außerdem eine gute Portion mehr Kohlensäure, die Rezenz war etwas schwach.
Unterm Strich aber ein gutes Bier.

Hop Head IPA⁷

Hop Head IPA⁷ von Craftwerk Brewing

Hop Head IPA⁷ von Craftwerk Brewing

Der Abend schritt fort und Max war langsam auf IPA Entzug, daher stand als nächstes das American IPA auf dem Plan. Ganze sieben Hopfensorten (Herkules, Magnum, Taurus, Cascade, Centennial, Chinook und Simcoe) bringt das goldgelbe Bier ins Glas. Gekrönt wird es von einem feinen, leicht cremefarbenen Schaum. Es ist immer wieder schön, den typischen IPA Geruch zum ersten Mal an einem Abend aufzusaugen und auch das Hop Head macht hier seinem Namen alle Ehre, verwöhnt es den Verkoster doch mit einem breiten Spektrum an hopfenintensiven Noten in der Nase. Fruchtig, frisch und einfach lecker – da muss man probieren: angenehm bitter und sortentypisch hopfig. Leider wurde der positive Geruchs- und Geschmackseindruck bei einer unserer beiden Flaschen durch die fast nicht vorhandene Rezenz getrübt; hier war wohl etwas bei der Abfülung schiefgelaufen. Da muss deutlich mehr Kohlensäure her. Dennoch: ein feines IPA, das ohne weiteres mit den anderen deutschen Ezeugnissen wie Propeller oder Hopfenstopfer mithalten kann!

Holy Cowl

Holy Cowl Belgian Style Tripel von Craftwerk Brewing

Holy Cowl Belgian Style Tripel von Craftwerk Brewing

Das Stärkste kommt zum Schluss; zumindest, wenn man nach dem Alkoholgehalt geht, denn das nach belgischer Art gebraute Tripel hat gute 9%-Vol. Was dem Max sein IPA ist dem Daniel das Tripel und mit Freude sah man das bernsteingoldene Bier mit einem samtigen Schaum ins Glas fließen. In der Nase mit typischen spritzigen Aromen mit den süßen Noten von Honig.. Im Antrunk angenehm erfrischend mit einer leicht alkoholischen Komponente, dabei schöne Rezenz, die die schwere des Alkoholgehaltes gekonnt ausbalanciert. Im Nachtrunk angenehme Restsüße. Auch hier: ein schönes Bier.

Das Glas

Das Tasting-Glas von Craftwerk

Das Tasting-Glas von Craftwerk

An dieser Stelle möchte ich auch noch ein paar Worte über das Craftwerk Tasting-Glas verlieren: uns gefällt das Glas wirklich gut. Im Gegensatz zu den bekannten Teku-Gläsern ist das Craftwerk-Glas weniger geometrisch und eher wie ein Weinglas geformt. Es ist ein wenig robuster und hat einen dickeren Stiel. Das macht einen etwas bodenständigeren Eindruck und passt gut ins restliche Craftwerk-Design. Praktikabel ist es aber trotzdem, denn es unterstützt wie gewünscht gut die Geschmacks- und Geruchsnoten.

Fazit
Hut ab! Die Bitburger Gruppe kann also doch Bier machen! Wir haben es hier zwar nicht mit Preisträgern zu tun, aber für den Einstieg in das Marktsegment sind alle 3 Biere bestens geeignet. Interessant ist, dass Bitburger offenbar bisher nicht plant, die Biere im Supermarkt neben den normalen Sorten anzubieten, sondern ausschließlich auf den Internetshop von Craftwerk setzt. Damit würde man allerdings unserer Meinung nach zu Anfang bereits den Vorteil verspielen: wenn man bei den 3 Craft Beers im Kopf behält, dass sie bald im Supermarkt neben den üblichen Einheits-Fernsehbieren zu finden sein könnten, ergäbe dies einen ganz anderen Wettbewerbsvorteil. Im Vergleich zu anderen, online verfügbaren Bieren (besonders auch internationaler Konkurrenz) stechen die Sude von Craftwerk nämlich nur noch bedingt hervor. Hier ist der Markt einfach schon zu gesättigt, besonders wenn man bedenkt, dass man für Preise zwischen 2,10 € und 2,40 € teilweise wesentlich interessantere Produkte bestellen kann.

Nichtsdestotrotz kann man Stefan Hanke und seinem Team zu einem gelungenen Start gratulieren. Hoffen wir, dass die Konzernchefs ihm den nötigen Spielraum und die nötige Zeit geben, um Fuß zu fassen und uns mit weiteren Kreationen zu versorgen.

Bierbörse Benrath

Vom 19.07.-21.07. lockte die Benrather Bierbörse zum 22. Mal Durstige und Interessierte in die Fußgängerzone des Stadtteils im Düsseldorfer Süden.

Bei bestem Sommerwetter und Temperaturen um die 30°C stimmten die äußeren Voraussetzung für prallgefülltes Bierfest. Trotzdem waren am Sonntag Nachmittag verhältnismäßig wenig durstige Besuche vor Ort. Umso besser für uns, denn so konnten wir gemütlich und ohne großes Gedrängel die interessanten Angebot testen.

Angeblich sollten rund 700 verschiedene Biersorten an 55 Ständen geboten werden. Wir haben nicht nachgezählt, aber schon allein der Stand vom Haus der 131 Biere aus Hamburg trug sicherlich einen Löwenanteil bei.

Sam Adams Boston Lager

Dort genehmigten wir uns auch das Willkommensbier: ein Sam Adams Boston Lager (angenehm hopfig und erfrischend) und ein IPA 45 von Washington Baltimore Beer Works (etwas flach, vermutlich auch, weil es stark gekühlt direkt aus der Flasche getrunken werden musste).

Neben den diversen Ständen von bekannten und eher unspektakulären Marken wie San Miguel, Budweiser, Żywiec, Guiness oder Ähnlichem gab es auch zwischendrin immer wieder etwas Interessantes zum probieren.

Gut waren zum Beispiel das Dubbel „Tongerlo Bruin“Val-Dieu Brune(Brouwerij Haacht) und und das Tripel „Val-Dieu Brune“ von der namensgebenden Abteibrauerei. Weich und rund wie das Glas war auch das Bier mit einer angenehmen Restsüße und der typischen Malzigkeit. Nach diesem doch etwas schweren Genuss machten wir am Stand der tschechischen Radegast Brauerei halt, um dort das Grapefruit-Bier Chipper zu testen. Eigentlich mehr ein limonadenartiger Geschmack mit nur 3%-Vol. Alkoholgehalt, aber für das Wetter genau richtig. Den Stand vom Hofbräuhaus München mit der Maß für 8,50 € (verhältnismäßig günstig im Vergleich zum Preis in München) links liegen gelassen und lieber ein kleines Helles aus der Klosterbrauerei Andechs zur Stärkung bevor es schon wieder Richtung Bahnhof ging. Unmittelbar am Bahnhof war offenbar die Altbier-Zone: Hier tummelten sich Füchschen, Uerige und Frankenheim eng beisammen, so dass wir doch nicht ohne ein Abschiedsfüchschen wieder nach Hause kamen.

Zusammenfassend kann man doch von einem gelungenen, wenn auch überschaubaren Bierfest reden. Wenn man aufgrund des Titels „Bierbörse“ von einer großen Vielfalt auch ausländischer Sorten und Spezialbiere oder gar Vertretern der Craft-Szene ausgeht, wird man allerdings unter Umständen etwas enttäuscht. Preislich liegen die angebotenen Biere meistens bei um die 3,00 – 4,50 € für ein 0,3l Glas. Recht schade, dass es auch keine Biere in „Probierglasgröße“ gab sondern immer nur ganze „Portionen“. So musste man sich wirklich entscheiden, was man testen möchte wenn man nicht komplett betrunken nach Hause torkeln wollte.