Verkostungsnotiz – Craftwerk Barrel Aged Limited Edition

Das Craftwerk-Sortiment bleibt zwar bisher bei (nur) drei ständig verfügbaren Bieren, lockert die Produktpalette aber immer wieder durch Special Editions auf (z.b. ein Wet Hop Tangerine Dream auf der Finest Spirits & Beer 2014). Wir freuten uns nun sehr über die unverhoffte Post aus Bitburg und waren gespannt, wie sich das fassgelagerte Tripel macht.

12 Monate Zeit hat sich die Special Edition des Holy Cowl Tripels Zeit gelassen. Solange verbrachte es nämlich in französischen Barrique-Eichenfässern, welche als Vorbelegung französische Rotweine und im Anschluss rote Moselweine beherbergten, bevor sich das 9%-Vol. starke Tripel in ihnen zur Ruhe legte. Um dieser aufwendigen Herstellung auch nach außen hin Rechnung zu tragen, kommt das Bier stilecht in einer 0,375l Champagnerflasche (allerdings mit Kronkorken anstelle eines „echten“ Korkens). Die auf 4.500 Flaschen limitierte Edition wurde in mühsamer Handarbeit etikettiert, wie man sich auf der Craftwerk-Facebookseite überzeugen kann.

Die Fasslagerung sieht man dem Bier auch beim Einschenken direkt an: wo die „Standardedition“ vom Holy Cowl bernsteingelb ins Glas kommt, ist die Barrel Aged Variante eher kastanienbraun mit einem cremefarbenen Schaum. Im Vergleich mit dem Ausgangsbier merkt man bereits in der Nase den ersten Unterschied. Das dunkle Tripel verströmt klar holzige Noten und Anklänge roter Früchte (Sauerkirsch) gepaart mit leichter Malzsüße. Die Geruchseindrücke setzen sich am Gaumen fort und hier gesellt sich (wenig verwunderlich) auch der Rotwein zu den Geschmackseindrücken hinzu.

Insgesamt eine schöne Weiterentwicklung eines guten Bieres. Dann warten wir jetzt nur noch auf eine Special Edition vom Hop Head IPA⁷.

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Bierverkostung – Craftwerk Skipping Stone Summer Ale

Als hätten die Jungs und Mädels von Craftwerk es geahnt: rechtzeitig zu den hochsommerlichen Temperaturen erreichte uns ein Probierpaket mit dem neuen Skipping Stone Summer Ale. Kann das leicht Sommerbier den guten Start der Marke weitertragen?

Ein gutes Jahr hatte Bitburger nun Zeit, sich auf dem auch in Deutschland immer größer werdenden Craft-Beer Markt zu behaupten. Nach der anfänglichen Skepsis über den gewagten Schritt kann man jedoch mittlerweile mit gutem Gewissen sagen: ja, das ist gutes Craft-Beer geworden! Im vergangenen Jahr überzeugte uns das Start-Lineup mit 3 recht unterschiedlichen Bieren (zum Verkostungsbericht geht’s hier) vom Potential der Marke. Heute kam das Skipping Stone Summer Ale ins Glas.

Goldgelb mit einer feinporigen, stabilen Schaumkrone macht das Ale im Glas eine gute Figur. In der Nase erwarten uns erwartungsgemäß die typischen Aromen von Mango, Südfrüchten und Zitrusfrüchten. Das erfrischt schon herrlich bei knappen 30° C Außentemperatur.

Bei der empfohlenen Trinktemperatur von 10-13° C entfaltet sich im Mund ein ähnlicher, tropischer Fruchtkorb mit sehr angenehmer Hopfenbittere (verwendet wurden hier die Sorten Hersbrucker Spät, Hallertauer Mittelfrüh, Nordbrauer und Brewers Gold, IBU 40) die nachhaltig erfrischt. Dass die empfohlenen Trinktemperaturen nicht nur eine nette Info am Rande sind zeigte sich bei unserer zweiten Testflasche, die wir etwas zu stark gekühlt verkosteten (geschätzt bei 5-8° C), wodurch ein Großteil der Geschmacksnuancen verloren ging.

Nicht nur geschmacklich eignet sich die Craftwerk-Kreation bestens für heiße Sommertage: mit einem Alkoholgehalt von schlanken 4,8 %-Vol. kann man davon auch mal mehr als eine Flasche trinken.

Der einzige Wermutstropfen ist leider immer noch, dass sich die Craftwerk-Bräus in keinem Supermarkt oder Getränkehandel neben den üblichen Fernsehbieren finden, sondern immer noch ausschließlich über den Onlineshop bezogen werden können.

Mit den 4 Produkten hätte sich Craftwerk nämlich auf jeden Fall eine sehr solide Basis geschaffen und müsste die Konkurrenz im Laden nicht fürchten! Wir freuen uns schon auf die (hoffentlich geplanten) Winterbiere!

 

Craftwerk Brewing Verkostung

Kaum ist Bitburger mit Craftwerk Brewing (wir berichteten) dabei, in den heiß umkämpften Markt einzusteigen, erreichte uns auch schon das großzügig bemessene Verkostungspaket mit je 2 Flaschen der 3 Sorten und 2 Verkostungsgläser. Auf geht’s, Flaschen gut gekühlt und ran an die Verkostung:

Tangerine Dream

Tangerine Dream, Single Hop Pale Ale von Craftwerk Brewing

Tangerine Dream, Single Hop Pale Ale von Craftwerk Brewing

Zum Start schenkten wir das Single Hop Pale Ale ein. Im Glas schimmert das mit 5,8%-Vol. Alkoholgehalt angenehm „leichte“ Bier honigfarben mit einem Stich Orange und mit einem leichten, feinporigen Schaum. In der Nase kann man dezent Orangen und Grapefruit erkennen (was man bei dem Mandarina Hopfen erwarten durfte). Der erste Schluck sorgte dann doch für Erstaunen: eine wirklich ziemlich intensive Hopfenbittere dominiert vor den auch hier leicht vorhandenen Zitrusnoten. Die angepriesene Explosion auf der Zunge blieb uns allerdings geschmacklich verwehrt. Uns fehlte außerdem eine gute Portion mehr Kohlensäure, die Rezenz war etwas schwach.
Unterm Strich aber ein gutes Bier.

Hop Head IPA⁷

Hop Head IPA⁷ von Craftwerk Brewing

Hop Head IPA⁷ von Craftwerk Brewing

Der Abend schritt fort und Max war langsam auf IPA Entzug, daher stand als nächstes das American IPA auf dem Plan. Ganze sieben Hopfensorten (Herkules, Magnum, Taurus, Cascade, Centennial, Chinook und Simcoe) bringt das goldgelbe Bier ins Glas. Gekrönt wird es von einem feinen, leicht cremefarbenen Schaum. Es ist immer wieder schön, den typischen IPA Geruch zum ersten Mal an einem Abend aufzusaugen und auch das Hop Head macht hier seinem Namen alle Ehre, verwöhnt es den Verkoster doch mit einem breiten Spektrum an hopfenintensiven Noten in der Nase. Fruchtig, frisch und einfach lecker – da muss man probieren: angenehm bitter und sortentypisch hopfig. Leider wurde der positive Geruchs- und Geschmackseindruck bei einer unserer beiden Flaschen durch die fast nicht vorhandene Rezenz getrübt; hier war wohl etwas bei der Abfülung schiefgelaufen. Da muss deutlich mehr Kohlensäure her. Dennoch: ein feines IPA, das ohne weiteres mit den anderen deutschen Ezeugnissen wie Propeller oder Hopfenstopfer mithalten kann!

Holy Cowl

Holy Cowl Belgian Style Tripel von Craftwerk Brewing

Holy Cowl Belgian Style Tripel von Craftwerk Brewing

Das Stärkste kommt zum Schluss; zumindest, wenn man nach dem Alkoholgehalt geht, denn das nach belgischer Art gebraute Tripel hat gute 9%-Vol. Was dem Max sein IPA ist dem Daniel das Tripel und mit Freude sah man das bernsteingoldene Bier mit einem samtigen Schaum ins Glas fließen. In der Nase mit typischen spritzigen Aromen mit den süßen Noten von Honig.. Im Antrunk angenehm erfrischend mit einer leicht alkoholischen Komponente, dabei schöne Rezenz, die die schwere des Alkoholgehaltes gekonnt ausbalanciert. Im Nachtrunk angenehme Restsüße. Auch hier: ein schönes Bier.

Das Glas

Das Tasting-Glas von Craftwerk

Das Tasting-Glas von Craftwerk

An dieser Stelle möchte ich auch noch ein paar Worte über das Craftwerk Tasting-Glas verlieren: uns gefällt das Glas wirklich gut. Im Gegensatz zu den bekannten Teku-Gläsern ist das Craftwerk-Glas weniger geometrisch und eher wie ein Weinglas geformt. Es ist ein wenig robuster und hat einen dickeren Stiel. Das macht einen etwas bodenständigeren Eindruck und passt gut ins restliche Craftwerk-Design. Praktikabel ist es aber trotzdem, denn es unterstützt wie gewünscht gut die Geschmacks- und Geruchsnoten.

Fazit
Hut ab! Die Bitburger Gruppe kann also doch Bier machen! Wir haben es hier zwar nicht mit Preisträgern zu tun, aber für den Einstieg in das Marktsegment sind alle 3 Biere bestens geeignet. Interessant ist, dass Bitburger offenbar bisher nicht plant, die Biere im Supermarkt neben den normalen Sorten anzubieten, sondern ausschließlich auf den Internetshop von Craftwerk setzt. Damit würde man allerdings unserer Meinung nach zu Anfang bereits den Vorteil verspielen: wenn man bei den 3 Craft Beers im Kopf behält, dass sie bald im Supermarkt neben den üblichen Einheits-Fernsehbieren zu finden sein könnten, ergäbe dies einen ganz anderen Wettbewerbsvorteil. Im Vergleich zu anderen, online verfügbaren Bieren (besonders auch internationaler Konkurrenz) stechen die Sude von Craftwerk nämlich nur noch bedingt hervor. Hier ist der Markt einfach schon zu gesättigt, besonders wenn man bedenkt, dass man für Preise zwischen 2,10 € und 2,40 € teilweise wesentlich interessantere Produkte bestellen kann.

Nichtsdestotrotz kann man Stefan Hanke und seinem Team zu einem gelungenen Start gratulieren. Hoffen wir, dass die Konzernchefs ihm den nötigen Spielraum und die nötige Zeit geben, um Fuß zu fassen und uns mit weiteren Kreationen zu versorgen.