Bierverkostung: Hanscraft & Co. Backbonesplitter West Coast IPA

Christian Hans Müller sorgte bereits mit seinem Bayerisch Nizza für Aufsehen und dies nicht nur wegen der hervorragenden Qualität des leichten Sonmerbieres, sondern auch wegen dem Streit mit den Anwälten des Bayerischen Brauerbundes um die Bezeichnung „Bayerisch“ (Kollege Felix vom Endt berichtete ausführlich auf seinem Blog).
Jetzt hat sich der Münchener Brauer mit dem Label Hanscraft & Co. eine Möglichkeit geschaffen, auch weniger traditionell deutsche bzw. bayerische Biere zu brauen: Hanscraft & Co. soll sich nämlich im Besonderen international inspirierten Bierspezialitäten widmen.

Den Anfang macht das West Coast IPA Backbonesplitter. Mit einer extrem guten Bewertung bei ratebeer.com versprach auch diese Kreation ganz großen Biergenuss und in der Tat wurden wir bei der Verkostung nicht enttäuscht!

Backbonesplitter West Coast IPA

Backbonesplitter West Coast IPA

Mit 60 IBU bei 6,6 %-Vol. Alkoholgehalt pendeln wir uns auf jeden Fall schon mal bei den gängigen Werten für (West Coast) IPAs ein. Im Glas entsteht beim Einschenken ein feiner Schaum der sich jedoch relativ rasch von dem satt bernsteinfarbenen Bier verflüchtigt. Auch in der Nase festigt sich das Bild eines sehr guten, typischen IPAs mit einer Mischung von Zitrus und exotischen Früchten und ich meine sogar einen Hauch Banane vernommen zu haben. Geschmacklich entfaltet sich die quad-hopped Hopfenbombe dann richtig: Horizon, Amarillo, Centennial und Simcoe sorgen für ordentlich Herbe und ein erfrischendes Aroma (die Eindrücke vom Duft machen sich hier wieder bemerkbar). Es bleibt außerdem ein dezentes Malzaroma mit angenehmer leichter Süße, die den Hopfen gut auffängt.
Ein hervorragender Einstieg in das klassische IPA Segment und ein sehr gutes Bier wie man es so in Deutschland nur von einer handvoll Brauern kennt. Unbedingt probieren (zum Beispiel bei „Die Currywurst“ in Wanne-Eickel erhältlich)!

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Bierverkostung – Craftwerk Skipping Stone Summer Ale

Als hätten die Jungs und Mädels von Craftwerk es geahnt: rechtzeitig zu den hochsommerlichen Temperaturen erreichte uns ein Probierpaket mit dem neuen Skipping Stone Summer Ale. Kann das leicht Sommerbier den guten Start der Marke weitertragen?

Ein gutes Jahr hatte Bitburger nun Zeit, sich auf dem auch in Deutschland immer größer werdenden Craft-Beer Markt zu behaupten. Nach der anfänglichen Skepsis über den gewagten Schritt kann man jedoch mittlerweile mit gutem Gewissen sagen: ja, das ist gutes Craft-Beer geworden! Im vergangenen Jahr überzeugte uns das Start-Lineup mit 3 recht unterschiedlichen Bieren (zum Verkostungsbericht geht’s hier) vom Potential der Marke. Heute kam das Skipping Stone Summer Ale ins Glas.

Goldgelb mit einer feinporigen, stabilen Schaumkrone macht das Ale im Glas eine gute Figur. In der Nase erwarten uns erwartungsgemäß die typischen Aromen von Mango, Südfrüchten und Zitrusfrüchten. Das erfrischt schon herrlich bei knappen 30° C Außentemperatur.

Bei der empfohlenen Trinktemperatur von 10-13° C entfaltet sich im Mund ein ähnlicher, tropischer Fruchtkorb mit sehr angenehmer Hopfenbittere (verwendet wurden hier die Sorten Hersbrucker Spät, Hallertauer Mittelfrüh, Nordbrauer und Brewers Gold, IBU 40) die nachhaltig erfrischt. Dass die empfohlenen Trinktemperaturen nicht nur eine nette Info am Rande sind zeigte sich bei unserer zweiten Testflasche, die wir etwas zu stark gekühlt verkosteten (geschätzt bei 5-8° C), wodurch ein Großteil der Geschmacksnuancen verloren ging.

Nicht nur geschmacklich eignet sich die Craftwerk-Kreation bestens für heiße Sommertage: mit einem Alkoholgehalt von schlanken 4,8 %-Vol. kann man davon auch mal mehr als eine Flasche trinken.

Der einzige Wermutstropfen ist leider immer noch, dass sich die Craftwerk-Bräus in keinem Supermarkt oder Getränkehandel neben den üblichen Fernsehbieren finden, sondern immer noch ausschließlich über den Onlineshop bezogen werden können.

Mit den 4 Produkten hätte sich Craftwerk nämlich auf jeden Fall eine sehr solide Basis geschaffen und müsste die Konkurrenz im Laden nicht fürchten! Wir freuen uns schon auf die (hoffentlich geplanten) Winterbiere!

 

Verkostungsnotiz – Executioner IPA

Name: Executioner IPA
Stil: India Pale Ale | Alkoholgehalt: 7 %-Vol. |
Stammwürze: 17° P | IBU: 80
Produzent: Beer Here gebraut bei de Proef in Belgien

Frisch vom Festival der Bierkultur in Köln als eines der ersten verkosteten Biere kam bei mir das Executioner IPA von Beer Here ins (Festival-)Glas. Ungewöhnlicherweise in einer „normalen“ 0,5l Flasche gibt das leicht einschüchternd wirkende Etikett mit dem Henkermotiv beim ersten Lesen Rätsel auf: beschrieben wird das Bier in Dänisch, denn die Jungs von Beer Here sitzen in Dänemark. Produziert wird das Gebräu interessanterweise in Belgien, also eine ganz schöne Strecke entfernt. Die mir vorliegende Flasche war offenbar außerdem für den Verkauf im australischen Handel bestimmt, sofern man dem Hinweis auf die australischen Pfandgebühren glauben darf. Ein wenig Recherche ergab, dass das Bier nach der Bar Mastro Titta in Rom benannt wurde, welche ihrerseits wiederum nach Giovanni Battista Bugatti benannt wurde – der „erfolgreichste“ Henker im Dienste der katholischen Kirche im 18. Jahrhundert.  

Beer Here Executioner IPAEs zeigt sich beim Einschenken eine schöne, leicht opale, strohgelbe Farbe die ein wenig ins helle Bernstein geht. Es bildet sich eine gleichmäßige, stabile Schaumkrone mit einem Schaum, der sich lange hält und dabei leicht am Glasrand haftet.

In der Nase offenbaren sich die typisch fruchtigen Hopfennoten eines IPA mit Zitrusnoten und leichtem Anklang tropischer Früchte.
Der Antrunk ist ebenfalls fruchtig, hopfenbetont und frisch. Mir gefiel besonders, dass die Geschmacksnoten sehr schön ausbalanciert waren und insgesamt einen vollmundig-runden Geschmack ergeben. Im Nachtrunk eine frische Bittere und angenehme Rezenz. Für mich wirklich ein ganz hervorragendes Bier und einer meiner neuen Lieblinge.

Wertung: 5/5

P.S. Die offiziellen Verkostungsnotizen von Beer Here findet Ihr hier.