Pro-Bier.com 2017

Nun ist sie Geschichte – die erste pro-bier.com Messe aller Zeiten. Am vergangenen Freitag und Samstag traf sich eine kleine aber feine Auswahl an hauptsächlich lokalen Craft-Brauern im Charivari in Bochum Wattenscheid.

Im Gepäck hatte jeder der 13 Aussteller eine kleine Auswahl ihrer besten Biere (und in einem Fall auch Whiskies). Die auf den ersten Blick (im Vergleich mit anderen Bier-Messen) doch recht klein anmutende Location entpuppte sich jedoch nach kurzem Rundgang als die perfekte Größe. Während man bei den größeren Messen stets viele Biere unprobiert liegen lassen muss und sich daher wirklich nur die herausstechendsten Kreationen gönnt, konnte man hier auch wirklich fast alles probieren.

Interessant ist zu beobachten, dass die Craft-Bier-Bewegung nun auch in NRW wirklich langsam Fahrt aufzunehmen scheint. Konnte man noch vor 2 Jahren froh sein, wenn man ein IPA von einer lokalen Brauerei findet, so hatte an diesem Wochenende fast jede Brauerei eines dieser hopfenbetonten Gebräue im Gepäck.

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Besonders angenehm war die kleine Location auch in Hinblick auf den Kontakt mit den Brauern. So sind mir die sehr interessanten Gespräche mit Michael Kesselböhmer von Mücke und Mark Trzeschan von Motschbräu (im übrigen dem einzigen, ausschließlichen Homebrewer auf der Messe) sehr positiv im Gedächtnis geblieben.
Während mir Michael viel über die Motivation hinter ihrem Bier und die Herausforderungen des Craft-Bier-Marktes zu berichten hatte, konnte man mit Mark wunderbar über seine ersten Messe-Erfahrungen und die mitgebrachten Kreationen (mein Favorit war klar das Witbier mit Basilikum) fachsimpeln.

Wer schon die Whisky’n’more besucht hat, dem lief hier ein unverkennbarer, alter Bekannter über den Weg: Andrew Scott McNeill von Celtic Events hatte diesmal die Biere der Black Metal Brewery aus Schottland und die bekannten Hanscraft-Biere im Gepäck. In einem von Andy und Brauer Jan geführten Tasting konnten wir uns erneut von Andys einzigartigem Wesen anstecken lassen und die Black Metal Biere testen.

Insgesamt eine wirklich schöne und gelungene Premiere in fast schon familiärer Atmosphäre war das und wir freuen uns schon auf die nächste Ausgabe!

BrauKunst Live! 2015 – Der Bierzwerg auf Reisen

Am vergangenen Wochenende fand im Museum der Münchner Verkehrsgesellschaft wieder die größte deutsche Messe für und rund um den Biergenuss statt – die Braukunst Live! Der Bierzwerg machte sich gleich zu dritt auf die Reise: Neben Inhaber Stephan war auch der Azubi Jan mit von der Partie. Als dritter im Bunde konnte ich den einen oder anderen neuen Kontakt knüpfen, aber auch viele alte Bekannte wieder treffen. Ganz nebenbei gab es natürlich jede Menge Material für neue Artikel, die nach und nach hier erscheinen werden. Daher hier nur ein grober Überblick und ein paar Highlights.

  • Noch vor der Öffnung der Braukunst Live! am Samstag statteten wir dem „Biervana“ einen Besuch ab, einem kleinen und sehr sympathischen Spezialitätenladen für Biere mitten in München. Allein das war schon eine tolle Erfahrung. 
  • Nachdem die Tore endlich offen waren, durften wir auch endlich das neue Black Nizza von Christian Hans Müllers Hanscraft & Co. probieren und ein wenig über kommende Entwicklungen plaudern. Daniel hatte das Imperial Stout ja bereits probiert und ich kann hier schon einmal kurz bestätigen: Dieses Bier spielt ganz vorne mit! 
  • Thomas „Hopfenstopfer“ Wachno war natürlich auch vor Ort und hatte im besonderen sein neues Imperial Pale Ale im Gepäck. Benannt nach der neuesten Hopfensorte Monroe verspricht auch dieses ein aufregendes, ganz neues Geschmackserlebnisse – und hält es.
  • Das neue Dolden Dark Porter vom Riedenburger Brauhaus kommt tiefgründig aus der Flasche mit dem nun schwarzen Etikett daher und überzeugt mit einem äußerst komplexen Erlebnis, das für eine solche Veranstaltung fast zu schade ist. Wie übrigens viele andere der verkosteten Biere auch: Die Geschmacksnerven sind irgendwann nicht mehr in der Lage, all die Aromen ordnungsgemäß zu verarbeiten. 
  • Anstrengend würde es um 20 Uhr bei der „Masterclass“ des Braumeisters Stefan von Craftwerk, der hochinteressant, trotz viel Theorie, die Zulassungsgeschichte neuer Hopfensorten beleuchtete. Die testweise angefertigerten Biere wurden dann gleich gegeinander verkostet, um Aromenunterschiede festzustellen.   Je nachdem, ob die Hopfengabe vor, während oder nach dem Kochen erfolgt ist. Die Veranstaltung war auch gleich der Treffpunkt mit den netten BloggerkollegInnen Mareike (Feiner Hopfen) und Torsten (Hopfen-Craft), mit denen mich auszutauschen ich leider am Ende zu wenig Zeit hatte. Das wird hoffentlich nochmal intensiver wiederholt!
  • Es gab aber auch einige negative Höhepunkte. Das Hofbräuhaus hatte als Premiumpartner der Veranstaltung einen ganz besonders hübschen Stand hergerichtet. Der dort hektoliterweise herausgefeuerte und nach einem schlechten Marketinggag klingende – Achtung – „fünffach gehopfte Hallodri“ war eben genau das. Ein viel zu kantiges Helles mit einer starken Dominanz der Vorderwürze. Malzbier made by Hofbräuhaus? Warum denn? Eine Enttäuschung, die zum Glück durch den im Eintrittspreis enthaltenen Gutschein am Ende keine Lücke im Chipbeutel verursacht hat.
  • Neben der streckenweise nur noch als pure Absicht zu bewertenden grässlichen Verschmutzung der Sanitäranlagen war auch wieder das eine oder andere Grüppchen zugegen, dem es vor allem darum ging, sich ultimativ wegzuschädeln. Das kostete viele schöne Gläser, einige Nerven und versorgte das anwesende Sicherheitspersonal mit Arbeit. Zum Glück blieben solche Zwischenfälle die Ausnahme.
  • Nachdem wir am Samstag eine ganze Menge geschafft hatten, war es eine Mammutaufgabe, in München-Giesing um 22 Uhr noch etwas zu essen aufzutreiben. Bei einer so großen Stadt eigentlich verrückt, denn nur durch Glück fanden wir einen Dönerladen, der extra für uns wieder auspackte und noch etwas leckeres zubereitete. Danach blieb noch etwas Zeit, die berüchtigte After-Show in der Lobby des Bold-Hotels zu beobachten. Nur zwei Minuten vom MVG-Museum entfernt, wird dieses Hotel von den meisten Brauern als Basislager gewählt und die gegenseitige Verkostung der eigenen Biere wird dort ein Stück weit geduldet. Irgendwann allerdings rief dann doch das Bett, schließlich waren wir wegen des frühen Flugs seit 4 Uhr auf den Beinen gewesen.
  • Am Sonntag beschlossen wir nach dem langen Vortag, ein Alternativprogramm zu bestreiten. Bei großartigem Wetter setzten wir uns in die S-Bahn Richtung Herrsching am Ammersee, wo wir den Fußwanderweg zum Kloster Andechs in Angriff nahmen. Im dortigen Biergarten angekommen, gab es nur eine folgerichtige Konsequenz: Eine ordentliche Maß Andechser Spezial.  Nach einer ordentlichen Mahlzeit und dem spektakulären Ausblick auf das Alpenvorland war dann nicht mehr genug Zeit, noch mal zur Messe zu fahren, allerdings noch etwas Spielraum, bevor der Flieger zurück ging.  So vertrieben wir uns die Wartezeit am Münchner Flughafen noch mit dem erstaunlich entgegenkommenden Hellen im „Airbräu„, dem stimmig in Fliegeroptik inszenierten Brauhaus direkt am ohnehin schon imposanten Terminal.

Einige der Erlebnisse sind es sicher wert, noch einmal ausführlicher besprochen zu werden. Für heute allerdings soll diese Übersicht zunächst ausreichen. Kommentare und Anmerkungen sind wie immer sehr willkommen!