„BEEF! Craft Bier“ erschienen

Als drittes Buch der als fünfteilige Reihe geplanten Genuss-Bücher der „Kochzeitschrift für Männer“ BEEF! ist nun der großformatige Band rund um unser aller Lieblingsthema Craft Bier erschienen. Wir haben einmal reingelesen.

Unbenannt

Als erstes fällt ins Auge, dass die jüngst erschienenen Bücher zum Thema alle einer ähnlichen Struktur zu folgen scheinen:
Den Anfang findet das BEEF!-Buch – wie schon die Veröffentlichungen von Fritz Wülfing, Oliver Wesseloh oder dem Cocktailion – in einem Überblick über die Historie des Bieres und den Wandel vom Alltagslebensmittel hin zum Genussmittel. Danach widmet man sich mehr oder weniger ausführlich der deutschen und internationalen Craft-Beer-Szene und beleuchtet dabei insbesondere die deutschen Pioniere näher. Im „Praxisteil“ finden sich dann Infos zu den bekanntesten Bierstilen sowie detaillierte Anleitungen zum Heimbrauen inklusive Rezepten von den Profis wie Wülfing, Hanke, Mergel & Co.

Foto: Frank Bauer für Tre Torri Verlag

Foto: Frank Bauer für Tre Torri Verlag

bevor es dann, ganz BEEF!-typisch, im letzten Buchteil auch noch das ein oder andere außergewöhnliche Rezept für Gerichte mit Bier zu entdecken gibt.
Hier merkt man auch am deutlichsten, dass man sich mit Essen und der Präsentation hiervon bei BEEF! bestens auskennt, denn die Fotos zu den Rezepten lassen einem wirklich das Wasser im Munde zusammen laufen.

Peter Schulte für Tre Torri Verlag

Peter Schulte für Tre Torri Verlag

Insgesamt lohnen sich die 39,90€, für die das Buch im Handel erhältlich ist, auf jeden Fall. Angefangen bei der sehr stimmigen Präsentation über die fachliche Kompetenz bis hin zu den immer wieder eingestreuten, auflockernden Interviews mit Persönlichkeiten der Bierlandschaft werden hier viele Fakten und Wissenwertes in angenehmer Weise vermittelt. Zugreifen lohnt sich!

Freundlicherweise wurde uns vom Tre Torri Verlag ein Rezensionsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt.

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Bierfest Münster – revisited

Am vergangenen Wochenende fand auf dem Schlossplatz in Münster das erste Bierfest statt. Allerhand Brauereien und Händler waren vertreten und nicht nur Veranstalter Michael Solms sorgte mit seinen eigenen Ständen für eine ordentliche Ladung Craft-Bier. Wir haben uns das Spektakel am Samstag Abend aus der Nähe angesehen.

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Ratsherrn stellt neue Brauanlage vor

Seit knapp vier Jahren nun besteht die Ratsherrn Brauerei unter den Fittichen der Nordmann-Gruppe in den Schanzenhöfen, direkt an der Hamburger Sternschanze, dem Szeneviertel der Elbmetropole. Um den leidenschaftlichen Brauern das Experimentieren zu vereinfachen, hatte der Konzernchef persönlich zur Einweihung einer neuen Micro-Brauanlage geladen. Wir waren gestern mit dabei. Weiterlesen

Selbst gebraut – die Zweite!

Ziemlich genau drei Wochen vor Weihnachten haben wir uns wieder getraut: Die zweite Runde mit meinem Selbstbrauset stand an. Mit der Erfahrung unseres ersten Durchgangs, einer anderen Mischung und ein wenig Motivation sollte alles besser werden. Und siehe da: Mehr als diese Zutaten braucht man nicht, um ein trinkbares Bier herzustellen. Weiterlesen

Brau you, brau me

Der dreißigste Geburtstag des Herrn Zellmer (im Folgenden „Max“) brachte diesem nicht nur die Einsicht, dass man das mit dem Erwachsenwerden letztendlich selbst bewerkstelligen muss und es entgegen aller ursprünglichen Vermutungen nicht mit dem Erreichen der großen DREI am Anfang getan ist.

Der dreißigste Geburtstag – und damit kommen wir zum Thema – brachte dem Max allerlei aus der Welt des Bieres, so auch ein Hobbybrauset vom Hobbybrauerversand und einen passenden Einkochtopf, den man wunderbar auch zum Würzekochen verwenden kann. Selbstredend entschloss das Geburtstagskind sich nach Erhalt dieses fabelhaften Geschenkes dazu, seine allerersten Versuche zusammen mit Herrn Zog zu unternehmen.

Max verfügt nun also über zwei große Eimer mit spezieller Brauausstattung sowie einen Kronenverkorker, der allerdings zunächst nur spaßeshalber verwendet wird – dazu später mehr.

Mit im Paket die Mischung für das erste „Klosterbier“, bestehend aus zwei verschiedenen Malzen, Hopfenpellets und einem Tütchen Magie, der Trockenhefe. Gemäß der mehr oder weniger ausführlichen beiliegenden Anleitung machten wir uns also nach der verpflichtenden Anmeldung beim zuständigen Hauptzollamt ans Werk:

Bevor all der Kladderadatsch in der aufwendigen Prozedur ein Bier wird, müssen verschiedene Vorgänge so exakt wie möglich durchgeführt werden. Hierzu gehört das mehrmalige Aufheizen auf bestimmte Temperaturen und längeres Halten für genau vorgegebene Zeitspannen. Kurz gesagt wird aus dem Malz Zucker gemacht, welches dann mit Hopfen versetzt wird. Letzteres geschieht im Regelfall beim Kochen. Das ist üblicherweise in jeder Brauerei so, ob groß oder klein. Zum Unterschied der großen Brauereien und dem von uns mittlerweile geliebten „Craft Beer“ folgt bald ein gesonderter Beitrag.

Nach der Umfüllung des gekochten Malzwassers, das man Würze nennt, in den Gäreimer wird dann erst einmal abgekühlt und – ebenfalls nach strikten Anweisungen – die Hefe hinzugegeben und alles fest verschlossen und mit einem Gärröhrchen versehen. Nun beginnt die Hauptgärung: Die Hefe zersetzt den Zucker in der Würze zu Alkohol und Kohlenstoffdioxid und arbeitet außerdem an der Bekömmlichkeit des zukünftigen Getränkes. Hefe ist einfach ein tolles Zeug!

Es gibt massenhaft verschiedene Mischungen aus allerlei Zutaten und auch unheimlich viele verschiedene Vorgehensweisen beim Brauen. Hier haben wir uns zunächst mal recht genau an das Rezept gehalten, schließlich muss man auch erst mal ein Gefühl für das Brauen bekommen. Allerdings hat Max während der Hauptgärung noch zusätzlichen Aromahopfen hinzugegeben (Hopfenstopfen), um gleich etwas „besonderes“ aus seinem ersten Bier zu machen.

Mittlerweile ist das Bier in 24 0,5l-Bügelflaschen, eine 1l-Bügelflasche und eine 0,33l-Longneckflasche umgefüllt. Darin muss es jetzt noch eine Woche bei Zimmertemperatur und dann zwei Wochen bei möglichst niedriger Temperatur lagern. In der ersten Woche nach der Hauptgärung, also innerhalb der Flaschen, bildet sich erst die Kohlensäure, weswegen dies in den ersten Tagen regelmäßig überprüft werden muss. Da wir noch keine Erfahrung haben, haben wir uns deswegen für Bügelflaschen entschieden, weil man die leicht öffnen und wieder verschließen kann.

Ein Problem – neben der ganzen Sauerei in der Küche, die irgendjemand ja auch wieder wegmachen muss – ist die Verschiedenheit des Umgangs mit den Materialien. In diesem Klosterbierrezept beispielsweise füllt man nach der Hauptgärung gleich in Flaschen. Sinnvoller wäre es aber im Nachhinein gewesen, erst in einen anderen Bottich umzufüllen. Jetzt haben wir in jeder Flaschen noch eine gehörige Menge an Schwebstoffen, die hoffentlich beim Verkosten in den Griff zu bekommen ist. In etwa zweieinhalb Wochen wissen wir mehr!

Bierseminar!

Auf ging’s am Samstag zu einem Tag rund ums Bier: Im FBS Recklinghausen fand unter der Leitung von IHK-Bierbotschafter Matthias Kliemt ein Bierseminar statt. Über das mehrere Stunden dauernde Seminar hinweg gab es allerlei nützliches Wissen um Maischen, Gärung, Läuterung und den Brauprozess. Mit Hilfe der BrauEule der Firma Brumas brauten wir währenddessen unser eigenes Bier.

Da ein Bier erwartungsgemäß nicht an einem Nachmittag genussfertig ist, sondern nach dem Brauen noch einige Tage gären und einige weitere Wochen reifen muss, wir aber nicht auf den Biergenuss an dem Abend verzichten wollten, hatte Matthias einige Exemplare zur Verkostung dabei.

Anfangs waren wir etwas enttäuscht, gab es doch zum Start das eher langweilige Helle von Schröder und noch schlimmer, die BVB-Meisterschaftsedition vom Brinkhoffs Pils. Nachdem wir uns aber mit einer selbstgerechten Suppe und Schmalzbroten die Grundlage geschaffen hatten, fuhr Matthias die guten Sachen auf:

Das Aktien Zwick’l Kellerbier aus der Bayreuther Bierbrauerei war ein guter Anfang. Angenehm süffig und  weizenartig. Im Anschluss daran war das herzhaft-rauchige Whiskey-Bier (mit Hilfe von Torf getrocknetes Malz findet hier Verwendung) von Hösl quasi das Gegenteil von dem leichten, fast subtilen Zwick’l. Das Highlight war aber das Pyraser Herzblut, ein Imperial Pale Ale mit 8,6 Volumenprozent Alkoholgehalt. Wir hatten es ungekühlt und so konnte es auch seine ganze Geschmacksvielfalt zeigen.

Alles in einem ein sehr gelungener Samstag und wir freuen uns auf unser fertiges Bier, dessen Verkostung wir in einigen Wochen dann selbstverständlich auch hier dokumentieren werden.

Derweil warten auf uns bereits die nächsten Abenteuer. Noch diese Woche fällt der Startschuss für den ersten eigene Brauvorgang ohne fremde Hilfe und mit etwas „weniger“ professionellem Equiment. Man darf gespannt sein…