Verkostungsnotiz: Welde Jahrgangsbier 2017

Zum Jahresende erreicht uns das 9. Jahrgangsbier von Weldebräu. Wie macht sich das Saison? Wir haben es probiert.

Wie schon erwähnt, handelt es sich beim 9. Jahrgangsbier passend zum Thema „Belgien“ um ein Saison. In der deutschen Craft-Bier-Szene ist dieser traditionelle, belgische Stil in den letzten Jahren stark im Kommen gewesen, daher verwundert es wenig, dass man sich beim diesjährigen Jahrgangsbier auch von den „Klassikern“ wie IPA, Pale Ale oder Stouts entfernt.

Logischerweise wurde hier mit den belgischen Hopfensorten Challenger und Golding gearbeitet und eine Schüttung aus Gersten- und Weizenmalz verwendet. Das Ergebnis ist ein typisch hellbernsteinfarbenes, trübes Bier mit 7,8%-Vol. Alkoholgehalt das trotzdem sehr trinkbar bleibt. In der Nase hat man den klassisch hefig-bananigen Duft gepaart mit einer leicht gewürzigen Note. Am Gaumen vertieft sich dieser Eindruck und wird von einer feinen, leichten Süße abgerundet.

Erhältlich ist das Bier in der 0,75L Champagnerflasche sowie als 1,5L Magnumflasche. Daher bestens geeignet für kurzfristige Nikolaus- oder Weihnachtsgeschenke.

Das Muster wurde uns von Weldebräu zur Verfügung gestellt. Erhältlich ist die Flasche z.B. über den Welde-Onlineshop.

Kalea Bier-Adventskalender

Als besonderes Schmankerl für die Bierfreundin oder den Bierfreund in der Vorweihnachtszeit setzen sich vermehrt bierige Adventskalender durch. Die am flächendeckendsten erhältlichen kommen dabei von Kalea.

Neben einem Craft-Bier-Adventskalender gibt es auch den „normalen“ Bier-Adventskalender mit deutschen Spezialitäten. Wir haben schon einmal Mäuschen gespielt und reingeschaut. Highlights sind auf den ersten Blick sicherlich der Celebrator von Ayinger und der Riegele Doppelbock.

Erhältlich sind solche Kalender zum Beispiel im Biermuda-Outlet in Bochum oder bei Mein-Adventskalender.de (woher uns auch dieses Muster erreicht hat).

Eine abschließende Bewertung des Kalenders gibt es dann nach der Weihnachtszeit und somit auch nach der Verkostung der Biere. Wir wünschen euch bis dahin schon einmal eine frohe Weihnachtszeit!

Mücke – Craft Beer ausm Revier

Besonders im vergangenen Jahr gor es richtig in der lokalen Craft-Bier-Szene und diverse Brauerei-Startups, Biershops und weitere, bierverwandte Unternehmen gingen an den Start. Wohl die von unserem Bochumer Standort aus gesehen nächste Craft-Location haben die Jungs von MÜCKE (benannt nach dem letzten Grubenpferd der Zeche Zollverein) aus Essen Anfang Oktober exklusiv im BIERMUDA mit dem Launch ihrer ersten zwei Biere präsentiert.

Max vom Biermuda und die beiden MÜCKEn

Max vom Biermuda und die beiden MÜCKEn

 

14826250_10205144979222344_1552361393_nDas exotischere der beiden Start-Bräus ist mit Sicherheit das Ingwer Pale Ale. Auf Basis eines Pale Ales mit 4,9%-Vol. erwartet uns ein satt bernsteinfarbenes Bier mit kräftigem Schaum. Man muss gar nicht nah rankommen, um direkt auch blind zu wissen, was einen erwartet: ein toller Geruch nach frischem Ingwer strömt in die Nase. Begleitet wird der Eindruck von Zitrusnoten, die sich naturgemäß als passender Partner für den Ingwer präsentieren. Im Antrunk erlebt man dann eine freudige Überraschung: hier handelt es sich wirklich um ein Pale Ale mit echtem Ingwer und nicht um eines dieser „künstlichen“ Ingwerbiere, welche sich im Kleingedruckten meist als Biermischgetränke herausstellen. Der Ingwer harmoniert hervorragend mit den zitronigen Hopfenaromen und macht das Bier zu einem sehr erfrischenden Getränk. Super als Begleiter zum Sushi!

14797526_10205144979502351_892636715_nBeim Single Hop Comet ist man dann wieder „traditioneller“ unterwegs: eine solides, kräftiges (5,9%-Vol) Pale Ale auf Comet-Basis. Wie zu erwarten haut einen hier eine wahre Maracuja-Bombe um! Sowohl in der Nase als auch im Antrunk dominiert die tropische Frucht deutlich vor einem kräftigen Malzkörper und einer doch recht deutlichen Bittere. Leider war in meiner Abfüllung etwas wenig Kohlensäure vorhanden, was dann auch die geringe Schaumbildung erklärt.
Beide Biere waren im Biermuda innerhalb weniger Tage restlos vergriffen und auch sonst aufgrund von Produktionsengpässen bereits nicht mehr zu bekommen. Zurzeit sind die Mücke-Jungs Dennis, Darijo und Michael bereits im Gespräch mit einer neuen Brauerei, bei der sie die nächsten Sude brauen können. Sofern man sich hier einig wird, kommen wir voraussichtlich noch rechtzeitig zu Weihnachten (genauer gesagt Mitte Dezember) in den Genuss von neuen MÜCKE-Bieren.

Maisel & Friends‘ neue im Test

Schon seit längerem ist die Brauerei Maisel aus Bayreuth nicht mehr nur für ihr feines Weißbier bekannt. Unter der Marke „Maisel & Friends“ gibt es mittlerweile ein dauerhaftes Programm an Bierspezialitäten, die sich allesamt sehen lassen können. Mit dem IPA, dem Citrilla Wheat und dem Hopfenreiter kommen nun gleich drei frische Vertreter im 0.33er-Gebinde („Session-Biere“) in den Handel. Probiert haben wir sie wohl…

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Verkostungsnotiz – Heidenpeters IPA German Style

Es ist schon faszinierend zu sehen, wie Johannes Heidenpeter von einem studierten Künstler mit Abschluss an der Berliner Kunsthochschule zu einem der angesagtesten Craft-Brauer in der Hauptstadt, wenn nicht sogar ganz Deutschland avanciert. Sein kleiner Taproom in der Markthalle 9 in Berlin boomt und über seine Biere hört man nur positives. Dank Kollege Felix vom Endt von Lieblingsbier.de haben wir nun (noch vor dem Festivial der Bierkulturen in Köln Ende Mai) die Gelegenheit, eine kleine Auswahl zu probieren. Den Anfang mach das IPA German Style.
Orange-golden fließt das Bier aus der Flasche mit dem minimalistisch-schick designten (neuen) Etikett ins Glas und bildet sogleich einen relativ langlebigen und feinen Schaum aus. Die Nase erfüllen wie erwartet fruchtige Noten. Mir als erstes aufgefallen ist dabei aber eine leichte beerige Komponente, abseits der sonst erwarteten tropischen Früchte. 

Im Antrunk fehlt mir ein wenig mehr Komplexität. Entweder spielt mir der Heuschnupfen doch übler mit als gedacht oder aber das Bier ist geschmacklich doch eher flach gehalten? Jedenfalls dominiert die angenehme Hopfenbittere vor der Fruchtigkeit relativ deutlich. Im Vergleich zu den letztlich doch recht stark karbonisierten IPAs von Ale-Mania ist der Heidenpeters-Sud was CO2 angeht sehr zurückhaltend, was aber der Trinkbarkeit sehr zu gute kommt.

Der Nachtrunk bleibt ebenfalls dominiert durch den starken Hopfen. Zusammengenommen sicherlich ein gutes 3.5/5 Punkte-Bier, jedoch zu meiner deutschen Referenz dem Backbonesplitter von Hanscraft & Co. etwas blass.

  

Verkostungsnotiz: St. Erhard Farmer

Streich Nr. 3 der Bamberger St. Erhard Brauerei. Nach dem filtrierten (!) Kellerbier und dem Saison gesellt sich nun das „Farmer“ in die Produktpalette der von Christian Klemenz geführten Premium-Marke. Erneut zeichnet Braumeister David Hertl für die Herstellung der Spezialität verantwortlich.

Schon auf der BrauKunst Live in München wurde es präsentiert, ich komme leider erst jetzt dazu, es zu probieren: Ein Crossover-Bier sollte es sein. In diesem Fall musste der Sud des St. Erhard Saison mit seinen Pale-Ale-, Tennen-, Belgischen Karamell-, Weizenbrau- und Weizenkaramellmalzen erneut herhalten. Bei diesem neuen Bier, das in der schicken, orangenen Flasche daherkommt, kamen nun allerdings mit dem Hallertauer Tradition, dem Equinox, dem Vic Secret, dem Mosaic UND dem Cascade gleich fünf Hopfensorten zum Einsatz, die sich im durchaus runden Ergebnis austoben dürfen.

Das Farmer in der markanten Flasche und in Glas

Die Herkunft des dunkel-bernsteinfarbenen Crossover-Biers liegt dabei schon zu Beginn in der Nase: Die Hefe dominiert zunächst, wird aber schnell durch das beachtliche Hopfenaroma ergänzt.

Der Antrunk bietet Grund zur Freude: Ein wenig zurückhaltender als noch beim Geruch zeigt sich zunächst eine hefige Note, die aber bald in den Hintergrund treten und sich der geballten Hopfenpower geschlagen geben muss: Hier liegt der Grund für die Bezeichnung als American IPA.

Für mich als jemand, der sich nur schwer mit der Hefedominanz und der Süße belgischer Biere anfreunden kann, ein sehr gelungenes Bier, welches auch durch seinen durchweg frischen Geschmack punktet. Skeptisch stehe ich nur der – zwar sehr ansprechend designten – orangenen Flasche gegenüber. Ich weiß nicht, wie lange diese Farbe hält oder ob sie in der Heimatbrauerei in Hallerndorf oder irgendwo sonst einfach wieder entfernt werden kann. Als Händler muss ich mich jedenfalls auch mit der steigenden Zahl verschiedener Flaschenformen und -Farben auseinandersetzen, die im Leergutbereich einen Platz finden müssen. Zumindest dürfen Sie zusammen mit den weißen Kellernbier-Flaschen in diselbe Kiste 🙂

Verkostungsnotiz – Black Nizza

Einen grandiosen Einstieg hat Christian Hans Müller für seine international orientierte Marke Hanscraft & Co. bereits im vergangegen Jahr hingelegt. Sein West Coast IPA mit dem markanten Namen Backbonesplitter erzielt Bestnoten auf ratebeer.com. Jetzt steht endlich die zweite Abfüllung auf unserem Verkostungstisch. Ob das Black Nizza den hohen Erwartungen enstprechen kann? Probieren wir’s!

Der Name lässt’s vermuten: es handelt sich um ein Stout, genauer gesagt sogar ein Imperial Stout. Erwartungsgemäß nachtschwarz und gekrönt von dunkel-cremigem Schaum kommt es ins Glas und man könnte fast meinen, dieses Bier schluckt Licht. Kein Wunder, wurden doch ein ganzes Dutzend Spezialmalze für den Sud verwendet.

In der Nase sind für mich sofort ein intensiver Duft von reifen Bananen, Kaffee und typischen Hefenoten präsent. Auch geschmacklich bleibt Christian nichts schuldig. Die kräftigen 9 %-Vol. merkt man dem Bier nicht auf Anhieb an, denn geschickt balancieren Süßholz, herbe Schokolade und abermals Bananen den Alkohol aus.

Der große, dunkle Burder des Bayerisch Nizza macht alles richtig und so kann man sich nur schon heute auf Christians nächsten Coup mit dem klangevollen Namen „Very White Pornstar“ freuen: das Witbier wird voraussichtlich ab ca. Mai in der Flasche erhältlich sein. Wer nicht solange warten mag hat die Chance, kommendes Wochenende vom 06.-08.03. auf der Braukunst Live! in München Bekanntschaft mit dem Pornstar zu machen.

 

 

Verkostungsnotiz – ST. ERHARD SAISON

Kurz bevor der Weihnachstrubel in den Endspurt ging erreichte uns aus Bamberg von der ST. ERHARD Brauerei quasi frisch aus der Abfüllanlage das brandneue Saison oder auch Farmhouse Ale genannte Bräu.

In Shortneck abgefüllt macht die kleine Flasche optisch wenig her, das Design des Labels ist eher schlicht gehalten, verrät aber auf der Rückseite ein wenig zum Hintergrund des Bierstils.

Im Glas ist das 6,5%-Vol. Bier kastatanienbraun, relativ trüb und wird von einem recht stabilen, cremefarbenen und samtigen Schaum gekrönt.
In der Nase macht sich als erstes die Hefe bemerkbar gefolgt von satten Karamellnoten. Ein wenig (wenn für mich auch nicht näher definierbare) Frucht schwingt ebenfalls mit.
Der Geschmackseindruck wird ebenfalls vordergründig vom Karamell geprägt, hinten raus kommt (wie auf dem Label versprochen) auch noch ein wenig vom Hopfen mit. Das passt gut, denn so wird die Süße vom Malz wieder etwas relativiert.
Insgesamt ein schönes Saison, mir ist es allerdings persönlich einen Tick zu leicht, fast schon subtil, mir fehlt ein wenig mehr Körper.

Malty Christmas and a Hoppy New Year! Unser Jahresrückblick

Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende – sowohl im persönlichen Umfeld als auch in der nationalen und internationalen Bierlandschaft hat sich einiges getan. Hier ein kurzer Rückblick unserer Themen des Jahres:

Braukunst Live 2014
Das erste Highlight des Jahres war für uns eine Premiere. Zum ersten Mal fuhren wir den weiten Weg nach München. Auch wenn einiges vor Ort nicht ganz optimal organisiert war, hat sich der Weg doch gelohnt. Nebenbei haben wir auch direkt das Taphouse Munich abgecheckt.

Ratsherrn stellt neue Micro Brewery vor
Kaum aus München zurück ging’s schon wieder auf nach Hamburg zu den Jungs und Mädels von Ratsherrn. Die schöne Vorstellung der Micro Brewery unter Leitung von Ian Pyle hat uns gut gefallen und auch der Sud in Zusammenarbeit mit Maisel’s war super!

BrewDog Bar London Shoreditch
Die Reiselust nimmt kein Ende: Max machte bei seinem London-Trip natürlich einen Abstecher zur BrewDog Bar.

Skipping Stone Summer Ale von Craftwerk
Pünktlich zum Start des Sommers durften wir uns über Leckeres von den Bitburger Craftwerkern freuen.

Backbonesplitter West Coast IPA von Hanscraft & Co.
Nach dem erfolgreichen Rechtsstreit um sein Bayerisch Nizza haut Hans Christian Müller die Bombe raus: Sein West Coast IPA wird auf Ratebeer.com nicht ohne Grund mit 96(!) Punkten geführt.

Finest Spirits & Beer in Bochum
Nach der BKL das zweite absolute Highlight dieses Jahres: Frank Böer exportiert die BKL und die Finest Spirits ins Ruhrgebiet. Leider aufgrund geringer Besucherzahlen zum Start nicht ganz so erfolgreich wie erhofft. Aber der Termin für’s nächste Jahr ist bereits gebucht!

Trinkhalle Ruhrgebeat
Endlich hat Bochum seine eigene Craft-Bier-Bar! Tom Gawlig kommt mit seinem minimalistisch eingerichteten Laden gut an und etabliert sich in kürzester Zeit als DIE Adresse für Bierliebhaber in Bochum. Hier gibt er außerdem ein wenig mehr Hintergrundinformationen im Interview preis.

Holy Cowl Barrel Aged Limited Edition von Craftwerk
Auch zum Jahresende hat Craftwerk was feines gezaubert!

Darüberhinaus ist natürlich noch viel, viel mehr in der Szene passiert und unser kleiner Überblick bezieht sich nur auf unser Blog und unsere Erfahrungen. Wir freuen uns sehr, dass unsere Leser dieses Jahr so neugierig auf unsere Beiträge waren und hoffen auch für das nächste Jahr wieder auf reges Interesse.
Uns bleibt an dieser Stelle Euch allen da draußen noch ein Malty Christmas and a Hoppy New Year zu wünschen!

Daniel und Max

Finest Spirits & Beer 2014 in Bochum

Vom 17.-19.10.2014 fand erstmalig in der Bochumer Jahrhunderthalle die Finest Spirits & Beer statt – wir waren dabei.

Initiator und Veranstalter Frank Böer ist ein Mann mit Ideen und Ambitionen: nachdem er bereits die Finest Spirits sowie die Braukunst Live! in München (hier gibt’s unseren Erfahrungsbericht zu letzterem) ins Leben gerufen und mehrfach veranstaltet hat, macht er sich nun auf, auch den Ruhrpott zu beglücken. Und was läge da näher, als einfach beide Veranstaltungen zu kombinieren und die Finest Spirits & Beer auszurufen?

Die Location Jahrhunderthalle Bochum könnte dabei nicht passender gewählt sein: sie verkörpert nicht nur all das, was man gemeinhin mit Industriekultur und dem Ruhrpott verbindet, sondern ist auch bereits Anfang des Jahres Location für die Whisky ’n‘ More gewesen. Am letzten der drei Ausstellungstage fanden wir dann auch endlich unseren Weg zu Bier und Whisky. Mit den Eindrücken der BKL in München Anfang diesen Jahres im Kopf bot sich in Bochum in weiten Teilen ein ganz anderes Bild. Auffallend war als erstes sicherlich die relativ geringe Besucherzahl. Schrieben wir anfangs diesen Umstand noch dem herrlichen, sonnigen Herbstwetter und dem Sonntag zu (schließlich darf man davon ausgehen, dass am Montag die meisten Menschen wieder zur Arbeit erscheinen müssen), erfuhren wir doch später im Gespräch mit diversen Brauern, dass leider auch die anderen beiden Tage nicht besser frequentiert waren.

So konnten sich doch auch wirklich einige interessante Gespräche mit den Ausstellern ergeben, was für den Besucher sicherlich ein angenehmer Faktor sein dürfte (es war wesentlich mehr Platz in den Gängen, die im übrigen auch deutlich breiter als auf der BKL gestellt waren). Frank Böer sowie die Aussteller dürften der geringeren Besucherzahl allerdings aus nachvollziehbaren Gründen nicht so positiv gegenüber stehen. Wir können also nur hoffen, dass auch der Veranstalter die Gründe für nicht schwerwiegend genug hält, um gleich nach der ersten Veranstaltung dieser Art, gerade im Ruhrgebiet, diese Events gleich wieder einzustellen. Den Markt für interessante Biere gibt es gerade hier nämlich allemal.

Dabei erwarteten den interessierten Bier- oder Whiskytrinker in Bochum ein wirklich schönes Gemisch beider Genusswelten. Die Aufteilung lag etwa bei 50/50 und man verzichtete (vermutlich bewusst) auf eine klare Trennung von Bier- und Whiskyteil, so dass man zwangsläufig auch als Biertrinker immer wieder an einem Whisky, Rum oder bayerischem Gin vorbeikam (und probierte). Fehler im System, die auf der BKL noch störten, wurden in Bochum behoben: in regelmäßigen Abständen standen nun Mineralwasserspender, die man entweder zum Ausspülen des Glases oder zur kurzen, nichtalkoholischen Tränkung nutzen konnte. Auch ein weiterer, großer Kritikpunkt der BKL konnte aufgrund der vorhandenen Infrastruktur behoben werden: die Jahrhunderthalle bietet mehr als genug Toilettenanlagen, so dass zu keinem Zeitpunkt Gedränge oder Wartezeit aufkam. So wünscht man sich das!

Im Vordergrund sieht man gut eine der Trinkwasser-/Spülstationen

Im Vordergrund sieht man gut eine der Trinkwasser-/Spülstationen

Auch das Angebot an verschiedenen Brauereien war durchaus variantenreich und gut gemischt (schön auch zu sehen, dass sich Lokalpatriot Moritz Fiege nicht lumpen ließ, auch mit einem Stand vertreten zu sein – das dort zum snacken angebotene karamelisierte Malz ist der Hammer!). Einer unserer Lieblingsstände war der gut sortierte Stand von Freigeist Bierkultur, die sich mit Mikkeller, To Øl und Nøgne Ø auf dänisch-norwegische Völkerverständigung spezialisiert hatten und mit sympatischen und kompetenten Standpersonal zu jedem Bier eine kurze Erläuterung geben konnten (danke Phil!).

 

Fachkundiges, perfekt geschultes und vor allem freundliches Personal hatte aber diesmal wirklich jeder Aussteller am Stand, so dass in Verbindung mit dem vielen Platz und der Zeit, die sich jeder nehmen konnte, wirklich jede Verkostung ein tolles Erlebnis war.
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Sehr schön ist auch immer wieder zu sehen, wie sich die bekannten deutschen Craft-Brauer verständigen und kooperieren, statt gegeneinander zu arbeiten: Schoppe Bräu, Hanscraft & Co. / Hans Christian Müller und Ale-Mania teilten sich einen großen Stand.
Eigentlich sollte die Masterclass von Thorsten Schoppe – für die wir uns direkt beim Betreten der Halle angemeldet hatten – im Seminarraum stattfinden. Thorsten hatte aber leider nur 6 Anmeldungen zu verbuchen und so beschloss er (sehr zu unserer Freude), die Verkostung direkt am Stand mit Bieren frisch vom Fass zu halten. Und wie wir es erwartet hatten, wurden wir nicht enttäuscht. Thorsten gab im Gespräch tolle Eindrücke vom Brauerleben, seiner Laufbahn und der Situation zur deutschen Craft Bier Szene generell. So persönliche Kontakte waren in München leider nicht möglich.

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Das Dreigestirn der deutschen Craft Bier Szene am Platz

Wenn man also viel besser gemacht hat, woran lag es dann, dass trotzdem (zum mindest für uns augenscheinlich) die Besucher ausblieben? Lag es an der gleichzeitig in Mülheim stattfindenden Whisky-Messe Aquavitae, die zu mindest einen Teil der potentiellen Besucher eher nach Mülheim zog? Lag es an dem doch recht hohen Preis von € 20,- der vielleicht für das noch nicht ganz so „vercraftete“ Ruhrgebiet etwas hoch sein könnte? Unverständlicherweise wurden auch keine Mehrtagestickets angeboten, so dass man den vollen Preis nochmals zahlen musste, wenn man die ganze Bandbreite der angebotenen Produkte probieren wollte. An einem einzigen Tag jedenfalls schafft man kaum ein Viertel der Messe. Wie immer liegt das nicht nur an der fehlenden Zeit, ganz besonders bei den vielen Möglichkeiten zu intensiveren Gesprächen. Bei solchen Veranstaltungen mit Bier- und Spirituosenverkostungen ist eben irgendwann immer dann auch mal „das Maß voll“, wenn ihr versteht, was ich meine. Insgesamt dürfte hier aber auch der Bahnstreik an diesem Wochenende stark ins Gewicht gefallen sein. Wer möchte bei so viel feinem mit teils recht hohem Alkoholgehalt schon mit dem Auto kommen?

Wie dem auch sei: Wir freuen uns sehr, das der Termin für nächstes Jahr (zumindest zum jetzigen Zeitpunkt) bereits wieder gebucht ist, allerdings auch wieder parallel zur Aquavitae und kommen für unsere persönlichen Eindrücke zu dem Fazit:

eine tolle Messe mit variantenreichen Ausstellern die einlädt, auch mal zu probieren, was man sonst nicht trinken würde!

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Cheers / Sláinte!