Über maxdzellmer

Beer, Strange Pets, Movies, Macs, Politics, iPhone Photography. Epic Shit. And I find your lack of faith disturbing.

Long time no beer.

Das hier wird niemand glauben. Ich glaube es selbst nicht. Unzählige Male hat man darüber nachgedacht. Dass irgendwann wieder etwas kommen würde war klar: Sonst hätten wir die Seite gelöscht.

Willkommen zurück. Nimm‘ dir ein Bier und harre der Dinge, die da kommen. Denn es gibt so einiges aufzuholen…

Maisel & Friends‘ neue im Test

Schon seit längerem ist die Brauerei Maisel aus Bayreuth nicht mehr nur für ihr feines Weißbier bekannt. Unter der Marke „Maisel & Friends“ gibt es mittlerweile ein dauerhaftes Programm an Bierspezialitäten, die sich allesamt sehen lassen können. Mit dem IPA, dem Citrilla Wheat und dem Hopfenreiter kommen nun gleich drei frische Vertreter im 0.33er-Gebinde („Session-Biere“) in den Handel. Probiert haben wir sie wohl…

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Das Biermuda ist da

Mal wieder in eigener Sache. Die meisten wissen es schon: Lange hat es gedauert und dann ging alles ganz schnell. Bierspezialitäten und Craft-Bier im Ruhrgebiet gab es schon. Jetzt gibt es den ersten reinen Spezialitätenshop mitten in Bochum. Und was noch viel toller ist: Es ist meiner. Das BIERMUDA ist da.

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Bierfest Münster – revisited

Am vergangenen Wochenende fand auf dem Schlossplatz in Münster das erste Bierfest statt. Allerhand Brauereien und Händler waren vertreten und nicht nur Veranstalter Michael Solms sorgte mit seinen eigenen Ständen für eine ordentliche Ladung Craft-Bier. Wir haben uns das Spektakel am Samstag Abend aus der Nähe angesehen.

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Verkostungsnotiz: St. Erhard Farmer

Streich Nr. 3 der Bamberger St. Erhard Brauerei. Nach dem filtrierten (!) Kellerbier und dem Saison gesellt sich nun das „Farmer“ in die Produktpalette der von Christian Klemenz geführten Premium-Marke. Erneut zeichnet Braumeister David Hertl für die Herstellung der Spezialität verantwortlich.

Schon auf der BrauKunst Live in München wurde es präsentiert, ich komme leider erst jetzt dazu, es zu probieren: Ein Crossover-Bier sollte es sein. In diesem Fall musste der Sud des St. Erhard Saison mit seinen Pale-Ale-, Tennen-, Belgischen Karamell-, Weizenbrau- und Weizenkaramellmalzen erneut herhalten. Bei diesem neuen Bier, das in der schicken, orangenen Flasche daherkommt, kamen nun allerdings mit dem Hallertauer Tradition, dem Equinox, dem Vic Secret, dem Mosaic UND dem Cascade gleich fünf Hopfensorten zum Einsatz, die sich im durchaus runden Ergebnis austoben dürfen.

Das Farmer in der markanten Flasche und in Glas

Die Herkunft des dunkel-bernsteinfarbenen Crossover-Biers liegt dabei schon zu Beginn in der Nase: Die Hefe dominiert zunächst, wird aber schnell durch das beachtliche Hopfenaroma ergänzt.

Der Antrunk bietet Grund zur Freude: Ein wenig zurückhaltender als noch beim Geruch zeigt sich zunächst eine hefige Note, die aber bald in den Hintergrund treten und sich der geballten Hopfenpower geschlagen geben muss: Hier liegt der Grund für die Bezeichnung als American IPA.

Für mich als jemand, der sich nur schwer mit der Hefedominanz und der Süße belgischer Biere anfreunden kann, ein sehr gelungenes Bier, welches auch durch seinen durchweg frischen Geschmack punktet. Skeptisch stehe ich nur der – zwar sehr ansprechend designten – orangenen Flasche gegenüber. Ich weiß nicht, wie lange diese Farbe hält oder ob sie in der Heimatbrauerei in Hallerndorf oder irgendwo sonst einfach wieder entfernt werden kann. Als Händler muss ich mich jedenfalls auch mit der steigenden Zahl verschiedener Flaschenformen und -Farben auseinandersetzen, die im Leergutbereich einen Platz finden müssen. Zumindest dürfen Sie zusammen mit den weißen Kellernbier-Flaschen in diselbe Kiste 🙂

BrauKunst Live! 2015 – Der Bierzwerg auf Reisen

Am vergangenen Wochenende fand im Museum der Münchner Verkehrsgesellschaft wieder die größte deutsche Messe für und rund um den Biergenuss statt – die Braukunst Live! Der Bierzwerg machte sich gleich zu dritt auf die Reise: Neben Inhaber Stephan war auch der Azubi Jan mit von der Partie. Als dritter im Bunde konnte ich den einen oder anderen neuen Kontakt knüpfen, aber auch viele alte Bekannte wieder treffen. Ganz nebenbei gab es natürlich jede Menge Material für neue Artikel, die nach und nach hier erscheinen werden. Daher hier nur ein grober Überblick und ein paar Highlights.

  • Noch vor der Öffnung der Braukunst Live! am Samstag statteten wir dem „Biervana“ einen Besuch ab, einem kleinen und sehr sympathischen Spezialitätenladen für Biere mitten in München. Allein das war schon eine tolle Erfahrung. 
  • Nachdem die Tore endlich offen waren, durften wir auch endlich das neue Black Nizza von Christian Hans Müllers Hanscraft & Co. probieren und ein wenig über kommende Entwicklungen plaudern. Daniel hatte das Imperial Stout ja bereits probiert und ich kann hier schon einmal kurz bestätigen: Dieses Bier spielt ganz vorne mit! 
  • Thomas „Hopfenstopfer“ Wachno war natürlich auch vor Ort und hatte im besonderen sein neues Imperial Pale Ale im Gepäck. Benannt nach der neuesten Hopfensorte Monroe verspricht auch dieses ein aufregendes, ganz neues Geschmackserlebnisse – und hält es.
  • Das neue Dolden Dark Porter vom Riedenburger Brauhaus kommt tiefgründig aus der Flasche mit dem nun schwarzen Etikett daher und überzeugt mit einem äußerst komplexen Erlebnis, das für eine solche Veranstaltung fast zu schade ist. Wie übrigens viele andere der verkosteten Biere auch: Die Geschmacksnerven sind irgendwann nicht mehr in der Lage, all die Aromen ordnungsgemäß zu verarbeiten. 
  • Anstrengend würde es um 20 Uhr bei der „Masterclass“ des Braumeisters Stefan von Craftwerk, der hochinteressant, trotz viel Theorie, die Zulassungsgeschichte neuer Hopfensorten beleuchtete. Die testweise angefertigerten Biere wurden dann gleich gegeinander verkostet, um Aromenunterschiede festzustellen.   Je nachdem, ob die Hopfengabe vor, während oder nach dem Kochen erfolgt ist. Die Veranstaltung war auch gleich der Treffpunkt mit den netten BloggerkollegInnen Mareike (Feiner Hopfen) und Torsten (Hopfen-Craft), mit denen mich auszutauschen ich leider am Ende zu wenig Zeit hatte. Das wird hoffentlich nochmal intensiver wiederholt!
  • Es gab aber auch einige negative Höhepunkte. Das Hofbräuhaus hatte als Premiumpartner der Veranstaltung einen ganz besonders hübschen Stand hergerichtet. Der dort hektoliterweise herausgefeuerte und nach einem schlechten Marketinggag klingende – Achtung – „fünffach gehopfte Hallodri“ war eben genau das. Ein viel zu kantiges Helles mit einer starken Dominanz der Vorderwürze. Malzbier made by Hofbräuhaus? Warum denn? Eine Enttäuschung, die zum Glück durch den im Eintrittspreis enthaltenen Gutschein am Ende keine Lücke im Chipbeutel verursacht hat.
  • Neben der streckenweise nur noch als pure Absicht zu bewertenden grässlichen Verschmutzung der Sanitäranlagen war auch wieder das eine oder andere Grüppchen zugegen, dem es vor allem darum ging, sich ultimativ wegzuschädeln. Das kostete viele schöne Gläser, einige Nerven und versorgte das anwesende Sicherheitspersonal mit Arbeit. Zum Glück blieben solche Zwischenfälle die Ausnahme.
  • Nachdem wir am Samstag eine ganze Menge geschafft hatten, war es eine Mammutaufgabe, in München-Giesing um 22 Uhr noch etwas zu essen aufzutreiben. Bei einer so großen Stadt eigentlich verrückt, denn nur durch Glück fanden wir einen Dönerladen, der extra für uns wieder auspackte und noch etwas leckeres zubereitete. Danach blieb noch etwas Zeit, die berüchtigte After-Show in der Lobby des Bold-Hotels zu beobachten. Nur zwei Minuten vom MVG-Museum entfernt, wird dieses Hotel von den meisten Brauern als Basislager gewählt und die gegenseitige Verkostung der eigenen Biere wird dort ein Stück weit geduldet. Irgendwann allerdings rief dann doch das Bett, schließlich waren wir wegen des frühen Flugs seit 4 Uhr auf den Beinen gewesen.
  • Am Sonntag beschlossen wir nach dem langen Vortag, ein Alternativprogramm zu bestreiten. Bei großartigem Wetter setzten wir uns in die S-Bahn Richtung Herrsching am Ammersee, wo wir den Fußwanderweg zum Kloster Andechs in Angriff nahmen. Im dortigen Biergarten angekommen, gab es nur eine folgerichtige Konsequenz: Eine ordentliche Maß Andechser Spezial.  Nach einer ordentlichen Mahlzeit und dem spektakulären Ausblick auf das Alpenvorland war dann nicht mehr genug Zeit, noch mal zur Messe zu fahren, allerdings noch etwas Spielraum, bevor der Flieger zurück ging.  So vertrieben wir uns die Wartezeit am Münchner Flughafen noch mit dem erstaunlich entgegenkommenden Hellen im „Airbräu„, dem stimmig in Fliegeroptik inszenierten Brauhaus direkt am ohnehin schon imposanten Terminal.

Einige der Erlebnisse sind es sicher wert, noch einmal ausführlicher besprochen zu werden. Für heute allerdings soll diese Übersicht zunächst ausreichen. Kommentare und Anmerkungen sind wie immer sehr willkommen!

Der Bierzwerg: Eine unerwartete Reise

In eigener Sache: Dass mir ein solcher Titel für ein Blogpost einfällt, spricht Bände.
Im November endete meine Anstellung an der Ruhr-Universität. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Politik Ostasiens habe ich viel erlebt. Ich konnte über Jahre hinweg mit vielen Menschen im akademischen Bereich arbeiten, an der Weiterentwicklung eines tollen Studiengangs mitwirken und hatte wirklich großartige Kollegen. Doch das war auf einmal vorbei.

Wohin sollte es jetzt gehen? Die Frage habe ich mir ausführlich und oft gestellt. Ich hatte ja jetzt Zeit. Versuche ich weiter, im Hochschulbereich zu bleiben? Schaue ich über den Tellerrand? Oder mache ich mal was ganz verrücktes?

„Was ganz verrücktes it is!“ schallte es leise aus meinem Hinterkopf, als ich sah, dass der Bierzwerg Personal sucht. Für den neuen, größeren Bierspezialitätenmarkt.

Manchmal muss man verrückt sein. Viele Freunde haben mir bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung geholfen und hatten Tipps und Stellen parat, für die ich sehr dankbar war und bin, aber das hier musste ich einfach versuchen. Das Hobby. Das Bier. Der berühmte Bierzwerg. Jetzt war die Chance.

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Und es hat funktioniert. Aus der akademischen Umwelt, die ich so schätzen gelernt habe, bin ich nun ganz woanders gelandet. Ich mache mein Hobby zum Beruf. Ich darf in Zukunft Menschen zeigen, dass sie sich selbstredend einen Kasten Fernsehbier kaufen können, aber dass dahinter eine riesige Welt verschiedener Geschmackserlebnisse auf sie wartet, die sie nur entdecken müssen. Ich kann einen Beitrag leisten in einem Bereich, der mich seit Jahren interessiert und der zudem im Wachstum begriffen ist. Seit Anfang Januar bin ich im Auftrag unserer großen Mission unterwegs: Den Menschen zeigen, dass Bier auch Geschmack haben kann, dass Vielfalt erhalten werden muss. Und das macht mich jetzt schon stolz.

Eine aufregende Reise beginnt für mich. Und hier werde ich darüber berichten. In unregelmäßigen Abständen folgen nun nach meinem ersten Monat beim Bierzwerg in Greven an dieser Stelle einige Berichte über meine Erlebnisse.