CRAFT – am 13. und 14. Oktober 2017 in Essen

Nächste Woche steigt zum ersten Mal eine neue Veranstaltung, und zwar die CRAFT. Hier geht es um alles hochwertige und handwerklich hergestellte – hauptsächlich aber um unser aller Lieblingsgetränk: BIER.

CRAFT - nicht nur Bier

Die CRAFT in Essen


Unter der Schirmherrschaft vom „Brauwolf“ Christian Wolf versammeln sich Brauer aus der Kreativbierszene in der Halle 12 des Weltkulturerbes Zeche Zollverein. Hier, wo schon immer hart und mit höchsten Ansprüchen gearbeitet wurde, können nächstes Wochenende Bierfreaks die abgefahrensten Hopfensmoothies genießen. Neben bereits bekannten Manufakturen wie BrewDog, Hanscraft, BRLO oder Braufactum werden auch frische Bierschmieden wie das Labieratorium aus Cottbus und die Essener Lokalmatadoren von Mücke mit von der Partie.

Auch internationale Brauer werden anzutreffen sein. Beispielsweise kommen Brewfist aus Italien, The Garden aus Kroatien oder The White Hag aus Irland mit ihren feinen Ales in den Ruhrpott. Ein Besuch lohnt sich also allemal.

Der Termin ist der 13. und 14.10., also kommenden Freitag (18-0 Uhr) und Samstag (14-0 Uhr). Tickets gibt es für 8 Euro je Tag. Wer an beiden Tagen kommen möchte (das Angebot sollte ausreichen, um zweimal vorbeizuschauen), zahlt 14 Euro. Darüber hinaus gibt es spezielle Tastings in Kooperation mit dem Glashersteller Spiegelau.

Interesse geweckt? Ihr habt hier die Chance, zwei Tages-Freikarten für das CRAFT-Beer Festival Essen zu gewinnen. Schreibt uns einfach (Kommentare hier, bei Facebook oder Twitter), mit wem ihr gerne hingehen würdet. Der Gewinner wird am kommenden Dienstag bekanntgegeben! 

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Biermuda startet eigenen Online-Shop

Seit zwei Jahren verblüfft das Biermuda-Outlet in der Bochumer Innenstadt nun schon mit den abgefahrensten Bierspezialitäten, der Großhandel bedient gleichzeitig Gastronomie und Handel mit dem leckeren Gerstensaft. Nun folgt das dritte Standbein des von Anfang an ganz im Sinne des Dreiecks geplanten Geschäftsmodells: Der Onlineshop ist da!

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Nicola Neumann im Interview

Bereits seit 2013 etabliert Nicola Neumann bereits die Weininseln mit den Zielen, viele Menschen in Weinfachhandlungen zu holen, Schwellenängste abzubauen und Weinerlebnisse zu bieten, die inspirieren und im Gedächtnis bleiben. Ähnliche Intentionen verfolgt Sie nun auch mit den im Juli diesen Jahres erstmals in Hamburg, Berlin und München zelebrierten Bierinseln.
Über die Ursprünge und die Zukunft der Bierinseln gibt sie im folgenden einen kleinen Einblick.

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Du kommst ja aus der Weinwelt. Wie kam es dazu, dass du dich vermehrt für Bier interessiert hast und nun die Bierinseln organisierst?
Bier war vor den Bierinseln für mich gar kein Thema. Ich kannte nur die Standard Biere und fand das alles nicht sehr aufregend. So entsteht die typische Haltung, die viele haben: „Ich bin kein Biertrinker.“
Nachdem die Weininseln – dasselbe Konzept für Wein – schon zwei Jahre gut lief, habe ich 2014, zusammen mit dem Biersommelier Holger Hahn aus Neugier die Bierinseln gestartet. Das war ein großartiger Erfolg und so bin ich in zwei weitere Städte gegangen dieses Jahr: Hamburg und Berlin. Und seit dem brenne ich richtig für Craft Bier, ich finde es extrem spannend und möchte mich gerne intensiv auch in Zukunft damit beschäftigen.

Kurz und prägnant: Was unterscheidet aus der Sicht einer Feinkost-Expertin Bier und Wein?
Wein und Bier – beide Parteien können sehr viel voneinander lernen: Im Bierbereich sind Verkostungen nicht üblich, nicht jeder Laden hat Verkostungsgläser und in vielen Getränkemärkten bekommt man in Bezug auf Bier noch wenig inspirierende Infos. Der Weinbereich dagegen ist hochprofessionell, aber manchmal auch gähnend langweilig, das ist mir erst seit den Bierinseln so richtig aufgefallen. Es fehlt Innovation an jeder Ecke, da kann man sich von den Impulsen der aktuellen Bierbewegung viel abschauen. Die Erkenntnisse aus beiden Bereichen helfen mir, neue Impulse auf der einen – wie auch auf der anderen Seite einzubringen.

Die Bierinseln haben nun in Hamburg, Berlin und München stattgefunden. Siehst du Expansionspotenzial?
Diese Veranstaltung müsste eigentlich in 5-6 Metropolen jedes Jahr stattfinden, so viel Freude bereitet sie. Auf der anderen Seite ist es extrem aufwändig zu organisieren und ohne Sponsoren ist eine weitere Expansion nicht möglich. Wir würden aber gerne mindestens 3 Events jedes Jahr machen und sind sehr zuversichtlich, dass wir dafür auch die geeigneten Förderer an Bord holen können.

Wo soll es denn hingehen? Hältst du das Ruhrgebiet für geeignet?
Ich hätte große Lust die Bierinseln in einer Stadt zu machen, wo sonst nicht so viele Craft Bier Events sind. Ich denke, dass dann die Freude darauf umso größer ist und auch das Engagement der einzelnen Teilnehmer umso stärker. Davon lebt unser Konzept, dass alle mitziehen, sich ein spannendes Programm einfallen lassen und am Event Tag eine tolle Performance abliefern.

Wie beurteilst du die Möglichkeiten der Vernetzung bei diesen Events? Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man zu vielen Veranstaltungen eingeladen wird und auch gern hinfahren würde, aber mangels organisatorischer bzw. finanzieller Mittel klappt das meist nicht. Bleiben die Bierinseln deswegen überwiegend regional?
Ich finde die Bierinseln überhaupt nicht regional. Wir waren in München, Hamburg und Berlin und in allen Städten zusammen hatten wir sicher 40 Gastbrauer auf die Inseln verteilt aus Deutschland, Österreich, Italien sogar USA. Insgesamt haben mehr als 90 Protagonisten der Craft Bier Szene in Deutschland mitgewirkt. Ein großer Teil der Besucher ist englischsprachig, viele Expats kommen, viele Gäste sind aus ganz Deutschland zu den Inseln angereist, manche haben sogar alle drei Events nach einander besucht. Deswegen haben wir es ja auch so genannt: Deutschlands größter Craft Beer Crawl. Viele neue Partnerschaften kommen zustande, da die Inseln das Bier der Gastbrauer anschließend gerne im Sortiment aufnehmen. Viele Teilnehmer haben betont, dass durch die Bierinseln der Zusammenhalt gefördert wurde. Bereits im Vorfeld tauschte man sich aus und auf der Abschlussparty kamen oft zum ersten Mal alle Protagnisten einer Stadt zusammen. Das schafft auch diese ganz besondere Atmosphäre.

Du beobachtest die Szene schon eine Weile. Wie lange glaubst du, dass die Craft-Bier-Bewegung in Deutschland wächst? Gibt es wirklich Anlass zur Sorge – wie einige behaupten – dass wir hier einem Bubble-Tea-Phänomen gegenüberstehen und alles in ein paar Jahren wieder vorbei ist?
Ich weiß nicht, ob wir auch 10% erreichen, wie in den USA, aber insgesamt geht die Bewegung zu mehr Individualität und „Wissen woher’s kommt“. Das hilft dem Thema Craft Bier und weil es wirklich tolle, hochwertige Produkte sind, wird das keine Blase sein. Wenn man einmal auf den Geschmack gekommen ist, ist der Weg wieder zurück zu Einheitsprodukten sehr schwer und auch unnötig. Und dieser wilde Spaß und Entrepreneurs-Geist, der durch die Szene weht, wird uns noch eine ganze Zeit lang inspirieren und nicht so schnell abebben. Gute Produkte werden am Ende bleiben, nicht alle, aber eine ganze Menge.

Was ist eigentlich dein Lieblingsbier?
Das ändert sich natürlich ständig, aber eine tolle Neuentdeckung der letzten Zeit war zum Beispiel der Doppelbock vom elbPaul. Überhaupt mag ich sehr gerne dunklere, wärmere, gehaltvollere Bier wie z.B. das Baltic Porter von Buddelship oder Holy Cowl von Craftwerk.

Vielen Dank an Nicola für die interessanten Einblicke!

 

Ich geh Trinkhalle! Ein Abend in Bochum.

Tom Gawlig lädt ab sofort an jedem ersten Mittwoch im Monat zur Bierakademie in seiner „Trinkhalle Ruhrgebiet“ – das Gründungstreffen war ein voller Erfolg!

Noch nicht einmal 2 Monate ist Tom’s Baby nun alt und doch hat er es bereits jetzt geschafft, den Bochumern Durst auf Bier abseits des Massenmarktes zu machen. In seiner sympatisch minimalistisch eingerichteten Trinkhalle (direkt am aufstrebenden „Kortländer Kiez“ in unmittelbarer Nachbarschaft zu Kugeldpudel, Blondies und Co.) nimmt man Platz auf (zugegeben nicht ganz so bequemen) Sitzgelegenheiten aus Europaletten, die auch schon einen Großteil der gesamten Einrichtung (wenn man mal von der Tischtennisplatte und dem Kicker im Nebenraum absehen möchte) ausmachen.

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Daniel beim Aufwärmen

Aber das ist gut so, denn so kommen die 4 randvoll mit lokalen und einigen internationalen Bierspezialitäten gefüllten Kühlschränke, die frei im Gastraum stehen und an denen Selbstbedienung das Motto ist, hervorragend zur Geltung.

„Mein Traum war es immer, ’ne richtig typische Ruhrgebietstrinkhalle mit allem, was man da so kaufen kann, aufzumachen.“ erzählt Tom von seiner Motivation. Deswegen gibt’s in der Trinkhalle auch nicht nur Getränke, sondern diverse Kleinigkeiten wie Süßes, Salziges und typisch kneipiges wie Soleier (im Großen Glas auf der Theke) und Frikadellen.

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Die Truppe der Gründungsversammlung der Bierakademie

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Braumeister und Dozent des Abends Gerd Rühmann mit einem kühlen blonden in der Faust

Der geneigte Leser wird sich aber sicherlich denken können, dass wir nicht wegen den essbaren Leckerchen dort waren. Nein, uns hat besonders Tom’s Aufruf zur Gründung der „Bierakademie“ gelockt und so fanden wir uns (zur geschlossenen Gesellschaft) mit einer Handvoll weiterer Interessierter ein, um uns von Braumeister Gerd von der Lindenbrauerei in herrlich lockerer und humorvoller Art Wissenswertes zu den Bieren und etliche Anekdoten zum Thema Bier und Brauen vortragen zu lassen. Im Verlauf des Abends wurden sechs verschiedene Biere verkostet: Augustiner Edelstoff,  das klassische Moritz Fiege PilsKuchlbauer Turmweisse, Grimbergen Dubbel, das eigenwillige Pumpernickel Porter vom Gruthaus und zum Abschluss das Doppel Bock von Vormann aus Hagen, der nächsten Privatbrauerei ganz in der Nähe. Gereicht wurden dazu Soleier und von Gerd selbstgebackenes Treberbrot mit Schmalz. Die Geschmacksneutralisation zwischen den Bieren fand nicht etwa mit langweiligem Wasser statt: Für den Schluck zwischendurch und den Durst hatte Gerd die Eigenkreation „Kortländer Gold“ im Gepäck, ein herrlich leichtes und erfrischendes Tröpfchen mit hohem Huch-schon-leer-Faktor.

Man darf Tom wirklich Glück und weiteren Erfolg für die Zukunft der Trinkhalle wünschen, denn in einer Zeit, in der immer mehr Vereinheitlichung und Systemgastronomie individuelle Ideen verdrängt, braucht es Projekte wie dieses, um mal wieder vor Augen zu führen, wie schön doch Bodenständigkeit sein kann! Einen kleinen Ausblick gab Tom dann noch „Keine Angst, es werden noch weitere Biere ins Sortiment aufgenommen und das ein oder andere Speziellere wird sicherlich auch dabei sein.“.

Wir freuen uns sehr über diesen ersten Biertempel in Bochum, der uns endlich eine neue, eine erfrischende, eine offene Bierkultur mit all ihrer Vielfalt eröffnet. Hier bei uns zu Hause.

Trinkhalle Ruhrgebiet
Herner Str. 8, 44787 Bochum
Donnerstag bis Samstag
17:00 bis 22:00 Uhr

Buchrezension „Die 100 Besten Biere der Welt“

Vom Oktober Verlag erreichte uns dankenswerterweise ein Exemplar der jüngst erschienenen Neuauflage von „Die 100 Besten Biere der Welt“ von Michael Rudolf in der Überarbeitung von Jürgen Roth. Das Buch hält jedoch leider nicht, was der Titel verspricht. Wieso, lest Ihr hier.

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Zu erst einmal ist es sicherlich schwierig bis unmöglich von irgendetwas die 100 Besten der Welt definitiv zu nennen, zum Anderen bleibt das Buch dermaßen oberflächlich für jedermann, der sich auch nur annähernd etwas mit dem Thema (Craft) Bier beschäftigt, dass man sich ernsthaft fragen muss, wie der Titel denn zustande kam. Auf 206 Seiten finden sich neben wirklich guten Bieren auch „Perlen“ wie Grolsch, Radeberger oder Newcastle Brown Ale. Wenn man dann ein paar Seiten weiter über Brouwerij de Molen, Samuel Adams oder Anchor Steam stolpert fragt sich der geneigte Leser, wie man diese Mischung unter dem Begriff „Beste Biere der Welt“ zusammenbringt.

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Die Daten zu den getesteten Bieren sind relativ aussagekräftig, jedoch vermisst man (zu mindest als Freund von stark gehopften Bieren) die Angabe zum IBU-Wert, was jedoch für den Normalverbraucher nicht weiter störend sein dürfte.

Wesentlich störender empfinden wir die (meist unvollständigen) Verkostungsnotizen und damit einhergehend die Beschreibung des Bieres im Glas. Denn auch wenn zu jedem Bier ein schön ausgeleuchtetes Foto der Flasche präsentiert wird, fehlt doch stets der mindestens genauso wichtige Teil des eingeschenkten Getränks im Glas. Die Texte sind seltsam jovial und kalauernd formuliert und kratzen meist nur an der Oberfläche was die Charakteristika der Biere betrifft. Und wenn etwa ein Grolsch in den Himmel gelobt wird weiß man, dieser Guide ist nichts für Bierkenner sondern allenfalls für den TV-Biertrinker der mal etwas über den Tellerrand schauen will geeignet.
Diese Tatsache spiegelt sich auch darin wieder, dass zwar gut 2/3 der angeblich „besten Biere der Welt“ aus Deutschland kommen, jedoch keiner der bekanntesten und besten deutschen Craft Bier Produzenten wie Ale-Mania, Braukunstkeller, Hans Müller SommelierbierHopfenstopfer, Kehrwieder und Schoppe-Bräu usw. Erwähnung finden.

Fazit:
Schöne Aufmachung und hübsche Fotos können leider nicht über den mangelhaften Inhalt hinwegtäuschen. Für Bier-Kenner sicherlich nicht „das Standardwerk“ und „eine Fundgrube edelster Bierspezialitäten“. Wer Warsteiner aber „für das einzig Wahre“ hält und König Pilsner für „das König der Biere“ wird seine helle Freude haben.

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Vermutlich die kompetenteste Seite im Buch

 

Finest Spirits & Beer 2014 in Bochum

Vom 17.-19.10.2014 fand erstmalig in der Bochumer Jahrhunderthalle die Finest Spirits & Beer statt – wir waren dabei.

Initiator und Veranstalter Frank Böer ist ein Mann mit Ideen und Ambitionen: nachdem er bereits die Finest Spirits sowie die Braukunst Live! in München (hier gibt’s unseren Erfahrungsbericht zu letzterem) ins Leben gerufen und mehrfach veranstaltet hat, macht er sich nun auf, auch den Ruhrpott zu beglücken. Und was läge da näher, als einfach beide Veranstaltungen zu kombinieren und die Finest Spirits & Beer auszurufen?

Die Location Jahrhunderthalle Bochum könnte dabei nicht passender gewählt sein: sie verkörpert nicht nur all das, was man gemeinhin mit Industriekultur und dem Ruhrpott verbindet, sondern ist auch bereits Anfang des Jahres Location für die Whisky ’n‘ More gewesen. Am letzten der drei Ausstellungstage fanden wir dann auch endlich unseren Weg zu Bier und Whisky. Mit den Eindrücken der BKL in München Anfang diesen Jahres im Kopf bot sich in Bochum in weiten Teilen ein ganz anderes Bild. Auffallend war als erstes sicherlich die relativ geringe Besucherzahl. Schrieben wir anfangs diesen Umstand noch dem herrlichen, sonnigen Herbstwetter und dem Sonntag zu (schließlich darf man davon ausgehen, dass am Montag die meisten Menschen wieder zur Arbeit erscheinen müssen), erfuhren wir doch später im Gespräch mit diversen Brauern, dass leider auch die anderen beiden Tage nicht besser frequentiert waren.

So konnten sich doch auch wirklich einige interessante Gespräche mit den Ausstellern ergeben, was für den Besucher sicherlich ein angenehmer Faktor sein dürfte (es war wesentlich mehr Platz in den Gängen, die im übrigen auch deutlich breiter als auf der BKL gestellt waren). Frank Böer sowie die Aussteller dürften der geringeren Besucherzahl allerdings aus nachvollziehbaren Gründen nicht so positiv gegenüber stehen. Wir können also nur hoffen, dass auch der Veranstalter die Gründe für nicht schwerwiegend genug hält, um gleich nach der ersten Veranstaltung dieser Art, gerade im Ruhrgebiet, diese Events gleich wieder einzustellen. Den Markt für interessante Biere gibt es gerade hier nämlich allemal.

Dabei erwarteten den interessierten Bier- oder Whiskytrinker in Bochum ein wirklich schönes Gemisch beider Genusswelten. Die Aufteilung lag etwa bei 50/50 und man verzichtete (vermutlich bewusst) auf eine klare Trennung von Bier- und Whiskyteil, so dass man zwangsläufig auch als Biertrinker immer wieder an einem Whisky, Rum oder bayerischem Gin vorbeikam (und probierte). Fehler im System, die auf der BKL noch störten, wurden in Bochum behoben: in regelmäßigen Abständen standen nun Mineralwasserspender, die man entweder zum Ausspülen des Glases oder zur kurzen, nichtalkoholischen Tränkung nutzen konnte. Auch ein weiterer, großer Kritikpunkt der BKL konnte aufgrund der vorhandenen Infrastruktur behoben werden: die Jahrhunderthalle bietet mehr als genug Toilettenanlagen, so dass zu keinem Zeitpunkt Gedränge oder Wartezeit aufkam. So wünscht man sich das!

Im Vordergrund sieht man gut eine der Trinkwasser-/Spülstationen

Im Vordergrund sieht man gut eine der Trinkwasser-/Spülstationen

Auch das Angebot an verschiedenen Brauereien war durchaus variantenreich und gut gemischt (schön auch zu sehen, dass sich Lokalpatriot Moritz Fiege nicht lumpen ließ, auch mit einem Stand vertreten zu sein – das dort zum snacken angebotene karamelisierte Malz ist der Hammer!). Einer unserer Lieblingsstände war der gut sortierte Stand von Freigeist Bierkultur, die sich mit Mikkeller, To Øl und Nøgne Ø auf dänisch-norwegische Völkerverständigung spezialisiert hatten und mit sympatischen und kompetenten Standpersonal zu jedem Bier eine kurze Erläuterung geben konnten (danke Phil!).

 

Fachkundiges, perfekt geschultes und vor allem freundliches Personal hatte aber diesmal wirklich jeder Aussteller am Stand, so dass in Verbindung mit dem vielen Platz und der Zeit, die sich jeder nehmen konnte, wirklich jede Verkostung ein tolles Erlebnis war.
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Sehr schön ist auch immer wieder zu sehen, wie sich die bekannten deutschen Craft-Brauer verständigen und kooperieren, statt gegeneinander zu arbeiten: Schoppe Bräu, Hanscraft & Co. / Hans Christian Müller und Ale-Mania teilten sich einen großen Stand.
Eigentlich sollte die Masterclass von Thorsten Schoppe – für die wir uns direkt beim Betreten der Halle angemeldet hatten – im Seminarraum stattfinden. Thorsten hatte aber leider nur 6 Anmeldungen zu verbuchen und so beschloss er (sehr zu unserer Freude), die Verkostung direkt am Stand mit Bieren frisch vom Fass zu halten. Und wie wir es erwartet hatten, wurden wir nicht enttäuscht. Thorsten gab im Gespräch tolle Eindrücke vom Brauerleben, seiner Laufbahn und der Situation zur deutschen Craft Bier Szene generell. So persönliche Kontakte waren in München leider nicht möglich.

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Das Dreigestirn der deutschen Craft Bier Szene am Platz

Wenn man also viel besser gemacht hat, woran lag es dann, dass trotzdem (zum mindest für uns augenscheinlich) die Besucher ausblieben? Lag es an der gleichzeitig in Mülheim stattfindenden Whisky-Messe Aquavitae, die zu mindest einen Teil der potentiellen Besucher eher nach Mülheim zog? Lag es an dem doch recht hohen Preis von € 20,- der vielleicht für das noch nicht ganz so „vercraftete“ Ruhrgebiet etwas hoch sein könnte? Unverständlicherweise wurden auch keine Mehrtagestickets angeboten, so dass man den vollen Preis nochmals zahlen musste, wenn man die ganze Bandbreite der angebotenen Produkte probieren wollte. An einem einzigen Tag jedenfalls schafft man kaum ein Viertel der Messe. Wie immer liegt das nicht nur an der fehlenden Zeit, ganz besonders bei den vielen Möglichkeiten zu intensiveren Gesprächen. Bei solchen Veranstaltungen mit Bier- und Spirituosenverkostungen ist eben irgendwann immer dann auch mal „das Maß voll“, wenn ihr versteht, was ich meine. Insgesamt dürfte hier aber auch der Bahnstreik an diesem Wochenende stark ins Gewicht gefallen sein. Wer möchte bei so viel feinem mit teils recht hohem Alkoholgehalt schon mit dem Auto kommen?

Wie dem auch sei: Wir freuen uns sehr, das der Termin für nächstes Jahr (zumindest zum jetzigen Zeitpunkt) bereits wieder gebucht ist, allerdings auch wieder parallel zur Aquavitae und kommen für unsere persönlichen Eindrücke zu dem Fazit:

eine tolle Messe mit variantenreichen Ausstellern die einlädt, auch mal zu probieren, was man sonst nicht trinken würde!

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Cheers / Sláinte!

 

 

Village de la Bière: Willkommen im französischen Bierwunderland

Das Bier kommt im Weinland an!

Feiner Hopfen

Glückliche Käuferin Glückliche Käuferin

Leute, am Wochenende habe ich in der Straßburger Altstadt ein kleines Paradies entdeckt. Nach ewiger Parkplatzsuche fand ich endlich in einem alten Stadtteil inmitten verwinkelter Gassen das „Village de la Bière“, ein französischer Biershop, den ich am liebsten komplett leer gekauft hätte. Er ist zwar nicht unbedingt groß, aber mit hunderten internationaler Biersorten absolut vielfältig und überraschend. Besonders interessante war, dass mir ein Großteil der dort verfügbaren Biere bisher völlig unbekannt waren. Ein Traum für jeden Craft-Bier-Fan!

Da geht einem doch das Herz auf, oder? Da geht einem doch das Herz auf, oder?

In diesem Bier-Dorado schlummert viel Erfahrung, denn den Laden gibt es – laut Verkäufer – immerhin bereits seit rund 30 Jahren. Sein Name ist dennoch kurios: „Dorf der Biere“ heißt er übersetzt. Für mich war es wohl eher ein ganzer Kosmos voller Biere. Schade, dass diese Genusspalette noch nicht in deutschen Shops zu bekommen ist.

Auch einige deutsche Spezialitäten vorhanden Auch einige deutsche Spezialitäten vorhanden

Ich kaufte…

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