Buchrezension „Die 100 Besten Biere der Welt“

Vom Oktober Verlag erreichte uns dankenswerterweise ein Exemplar der jüngst erschienenen Neuauflage von „Die 100 Besten Biere der Welt“ von Michael Rudolf in der Überarbeitung von Jürgen Roth. Das Buch hält jedoch leider nicht, was der Titel verspricht. Wieso, lest Ihr hier.

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Zu erst einmal ist es sicherlich schwierig bis unmöglich von irgendetwas die 100 Besten der Welt definitiv zu nennen, zum Anderen bleibt das Buch dermaßen oberflächlich für jedermann, der sich auch nur annähernd etwas mit dem Thema (Craft) Bier beschäftigt, dass man sich ernsthaft fragen muss, wie der Titel denn zustande kam. Auf 206 Seiten finden sich neben wirklich guten Bieren auch „Perlen“ wie Grolsch, Radeberger oder Newcastle Brown Ale. Wenn man dann ein paar Seiten weiter über Brouwerij de Molen, Samuel Adams oder Anchor Steam stolpert fragt sich der geneigte Leser, wie man diese Mischung unter dem Begriff „Beste Biere der Welt“ zusammenbringt.

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Die Daten zu den getesteten Bieren sind relativ aussagekräftig, jedoch vermisst man (zu mindest als Freund von stark gehopften Bieren) die Angabe zum IBU-Wert, was jedoch für den Normalverbraucher nicht weiter störend sein dürfte.

Wesentlich störender empfinden wir die (meist unvollständigen) Verkostungsnotizen und damit einhergehend die Beschreibung des Bieres im Glas. Denn auch wenn zu jedem Bier ein schön ausgeleuchtetes Foto der Flasche präsentiert wird, fehlt doch stets der mindestens genauso wichtige Teil des eingeschenkten Getränks im Glas. Die Texte sind seltsam jovial und kalauernd formuliert und kratzen meist nur an der Oberfläche was die Charakteristika der Biere betrifft. Und wenn etwa ein Grolsch in den Himmel gelobt wird weiß man, dieser Guide ist nichts für Bierkenner sondern allenfalls für den TV-Biertrinker der mal etwas über den Tellerrand schauen will geeignet.
Diese Tatsache spiegelt sich auch darin wieder, dass zwar gut 2/3 der angeblich „besten Biere der Welt“ aus Deutschland kommen, jedoch keiner der bekanntesten und besten deutschen Craft Bier Produzenten wie Ale-Mania, Braukunstkeller, Hans Müller SommelierbierHopfenstopfer, Kehrwieder und Schoppe-Bräu usw. Erwähnung finden.

Fazit:
Schöne Aufmachung und hübsche Fotos können leider nicht über den mangelhaften Inhalt hinwegtäuschen. Für Bier-Kenner sicherlich nicht „das Standardwerk“ und „eine Fundgrube edelster Bierspezialitäten“. Wer Warsteiner aber „für das einzig Wahre“ hält und König Pilsner für „das König der Biere“ wird seine helle Freude haben.

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Vermutlich die kompetenteste Seite im Buch

 

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Ein Gedanke zu „Buchrezension „Die 100 Besten Biere der Welt“

  1. super rezension. ich muss eh sagen, dass die meisten sammlungen irgendwelcher besten biere in die hose gehen. mache ich i.d.r einen bogen drum. ich finde das einzige buch ueber bier, was man besitzen muss, heisst The Oxford Companion to Beer von Garrett Oliver

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