Ratsherrn stellt neue Brauanlage vor

Seit knapp vier Jahren nun besteht die Ratsherrn Brauerei unter den Fittichen der Nordmann-Gruppe in den Schanzenhöfen, direkt an der Hamburger Sternschanze, dem Szeneviertel der Elbmetropole. Um den leidenschaftlichen Brauern das Experimentieren zu vereinfachen, hatte der Konzernchef persönlich zur Einweihung einer neuen Micro-Brauanlage geladen. Wir waren gestern mit dabei.

Neben uns waren Medienvertreter regionaler und überregionaler Zeitungen und bekannte Blogger wie der Bier-Index sowie Brauer und Partner aus Hamburg und ganz Deutschland eingeladen, um die neue 2,5-Hektoliter-Anlage in den Räumlichkeiten der Ratsherrn-Brauerei mit einem ersten Sud zu befüllen. Dieses übernahm Ian Pyle, der amerikanische Braumeister aus Philadelphia, der wie so viele der Stadt und ihrer ganz besonderen Atmosphäre verfallen ist und seit dem vergangenen Jahr zum mittlerweile 5 Köpfe zählenden Braumeisterteam in den traditionsreichen Schanzenhöfen gehört.

Pyle war es auch, der nach einem Grußwort von Geschäftsführer Oliver Nordmann beim Einmälzen seine ganz besondere Freude über diese neue Spielwiese für Craft-Brauer ausdrückte. Hier, nur eine Tür von der großen 60-Hektoliter-Anlage entfernt, werden in Zukunft neue, aufregende Geschmackserlebnisse aus Hopfen und Malz kreiert werden, beflügelt durch Pyles Erfahrung seiner mehrjährigen Tätigkeit in der Samuel Adams Brauerei in Boston.

Nachdem die erste Ladung Malz im Sudkessel war und alle ihre Fotos gemacht hatten, trat ein Überraschungsgast nach vorne: Jeff Maisel war aus Bayreuth angereist und verkündete zur Einweihung der neuen Anlage einen Kooperationssudes der von ihm geführten Maisel’s Brauerei mit Ratsherrn. Um die Diskussion, ob von großen Konzernen geführte kleinere Brauereien das Label „Craft“ verdienen, ein wenig zu beschwichtigen, stellte er allerdings seine Definition des Begriffes voran. In einem Vergleich mit einem Schreiner, der aus Leidenschaft zum Handwerk einen Tisch baut und erst im Nachhinein überlegt, wieviel Geld er mit dem Verkauf des Tisches verdienen kann, anstatt zuerst einen Wert festzulegen und dann mit der Fertigung zu beginnen, löste er die Finanzmacht eines Dachkonzerns von der Qualität des Produkts. Wenn sich zwar Geld mit dem Produkt verdienen lässt, die Liebe zumselben und die Leidenschaft bei der Herstellung aber im Vordergrund stehe, dann verdiene in diesem Fall eine Brauerei es, sich „Craft Brewery“ zu nennen. Nordmann hatte allerdings kurz zuvor die künftig in der Micro-Brauerei tätigen Braumeister trotz „Erlaubnis für alles“ angehalten, Biere zu brauen, die man „nachher bitte auch verkaufen kann“.

Zugegebenermaßen behält er unserer Ansicht nach gleich in mehrerlei Hinsicht Recht, was den mitgebrachten Sondersud angeht: Das Ratsherrn-Maisel&Friends Citrilla Wheat IPA von Philip Bolhorn und Jeff Maisel, das die Gäste gleich vor Ort verkosten und eine Probe mit nach Hause nehmen durften, besticht durch eine ausgeprägte Aromenvielfalt und lässt das Herz des Bierfans bei 7% Alkohol in der Tat höher schlagen. Gehopft mit den amerikanischen Sorten Citra und Amarillo, ist es nicht nur sehr fruchtig, sondern auch angenehm hopfig und bitter. Die Verfügbarkeit ist – und hier liegt der zweite Knackpunkt – allerdings eingeschränkt: Wer gestern nicht dabei war, kann sich nur vor Ort in den Schanzenhöfen oder im Online-Shop des Craft Beer Store mit der limitierten Edition ausstatten. In letzterem ist es bis jetzt allerdings noch nicht zu finden.

Wir jedenfalls wünschen Ian und dem ganzen Team viel Erfolg beim Ausprobieren der neuen Anlage und hoffen auf außergewöhnliche neue Bierkreationen für die Zukunft! Nicht nur er soll allerdings künftig sein Können unter Beweis stellen: Unter dem Stichwort „Incentive Brewing“ werden in Zukunft auch Bierfans in Gruppen selbst Hand an den Kessel legen dürfen. In regelmäßigen Abständen werden hier dann auch Normalverbraucher unter professioneller Leitung ihre eigenen Biere samt Flaschen- und Etikettendesign kreieren können. Auch hier freuen wir uns auf weitere Details.

Zu guter letzt bleibt der Glückwunsch an das „Alte Mädchen„, das Braugasthaus der Ratsherrn-Brauerei, zum einjährigen Bestehen!

Max

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2 Gedanken zu „Ratsherrn stellt neue Brauanlage vor

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