Braukunst Live 2014 – Unser Überblick

Am vergangenen Wochenende, vom 21.02.-23.02.2014, fand bereits zum dritten Mal das Festival der feinen Biere – besser bekannt als Braukunst Live – statt. Wir waren zum ersten Mal dabei und kommen mit gemischten Gefühlen zurück von einem der größten Bierfeste Europas.

Eine 600km lange Anreise nimmt man nicht mal eben auf die leichte Schulter und doch stand für Max und mich relativ schnell fest, dass wir in diesem Jahr auch unbedingt zur Braukunst Live nach München fahren würden. Wo hat man sonst im eigenen Land die Möglichkeit, auf kleinstem Raum eine solche Vielfalt an nationalen und internationalen Bieren samt zugehöriger Brauer zu finden? Gesagt getan: am frühen Freitagmorgen packten wir also zusammen mit Bloggerkollege und Bier-Fan Daniel von roninarts.de unsere Sachen und ließen uns vom Scharfmacher Gerd vom Kult-Imbiss „Die Currywurst“ gemütlich in einer fast sechsstündigen Autofahrt ins bajuvarische Herz kutschieren.

Pünktlich um viertel vor vier standen wir also am Freitag in einer schon recht ansehnlichen Schlange vor dem MVG Museum und knappe 20 Minuten später betraten wir als ein paar der ersten Gäste die Halle des MVG-Museum im Südosten Münchens. Im Eintrittspreis von 20 € (für die Tageskarte) bzw. der von uns favorisierten Option von 35 € (für die Zweitageskarte) waren 4 Gutscheine für Bierverkostungen der Premiumpartner BraufactuM, Pilsner Urquell, Schneider Weisse und Hofbräuhaus enthalten – eine kleine Enttäuschung, denn so ist man zumindest hier nicht frei in der Wahl seiner gewünschten Tastings und auf der Homepage wurde das so auch im Vorfeld nicht korrekt kommuniziert. Hier war – marketingtechnisch klug – nur von „Vier Verkostungsgutscheine à 0.1 Liter“ die Rede. Wir waren daher davon ausgegangen, es handle sich um frei einlösbare Gutscheine, die man dann im Anschluss in beliebiger Menge nachkaufen könnte.

Zusätzlich muss man sich in diesem Jahr auch erstmalig 5 € für ein Teku-Verkostungsglas abnehmen lassen (allerdings nur in Form von Pfand, sofern man das Glas auch beim Verlassen der Messe wieder inklusive des Plastiktokens zurückgibt). Laut Veranstalter sei dies nötig gewesen, da in der Vergangenheit Gäste doch gerne mal mit ganzen Taschen voller Gläser den Heimweg antraten.

Nachdem wir uns aber dann mit Glas und weiteren Verkostungsmarken versorgt hatten, konnten wir uns dann endlich dem Probieren widmen. Es erwartete uns eine große Vielfalt an Ausstellern, von den o.g. „Großen“ über weniger bekannte aber den anderen qualitativ in nichts nachstehende Aussteller bis hin zu internationalen Brauern aus dem europäischen Umland und von jenseits des großen Teiches war erwartungsgemäß alles vertreten. Das Einstiegscraftbier für viele wird auch hier sicherlich ein IPA oder ein Pale Ale gewesen sein, was sich allein an der angebotenen Anzahl nach dieser Art gebrauten Biere ablesen lässt. Aber auch exotischere Vertreter der geliebten Hopfenkaltschale waren vertreten und so probierten wir uns durch so Kurioses wie das BART Vanilla (ein sehr dunkles American Strong Ale mit 12%-Vol. und einem Geruch wie ein frischer Vanille-Cupcake und einer starken Kaffeenote) der FiftyFifty Brewing Company.

Sehr gut gefiel uns auch das Kombinat der bekanntesten deutschen Craft-Brauer von Schoppe Bräu, Kehrwieder, Pax Bräu, Braukunstkeller, Hopfenstopfer und Ale-Mania (vormals Fritz-Ale). die sich am hinteren Ende der Halle eine große Theke teilten.
Thorsten Schoppes Holy Shit IPA war zusammen mit Hüll Melon von Kehrwieder mit seiner süßlichen Erdbeernote unser Highlight hier.

Als es dann gegen Abend doch schon sehr voll wurde, war leider an persönliche Gespräche mit den Brauern nicht mehr zu denken, waren die meisten und besonders die der kleineren Brauereien doch damit beschäftigt, selbst ihr Bier auszuschenken bzw. den Pressevertretern Rede und Antwort zu stehen. Da wir aber nach rund 10 probierten Bieren unseren Gaumen eh ein wenig Pause gönnen wollten (respektive mussten), beschlossen wir also, den Abend im Hofbräuhaus ausklingen zu lassen.

Da wir aus den Erfahrungen des ersten Tages gelernt hatten, beschlossen wir also am Samstag, vor dem Besuch der Messe eine Grundlage in Form eines Burgers zu legen. Auf zum Burger House wo wir den BESTEN Burger unseres doch mittlerweile recht beachtlichen Burger-Geschichte verdrücken durften. Dann noch ein kurzes Schläfchen und um 16 Uhr wieder auf zur BKL. Es wurden wieder viele Biere probiert und Thorsten Schoppe hatte heute sogar noch ein paar freie Minuten für einen kurzen Wortwechsel mit uns.

Nach dem Workshop über US Craft Brewers, bei dem Andreas Fält von der Brewers‘ Association uns binnen kürzester Zeit 5 verschiedene Tastings reichte, war’s dann auch schon wieder fast genug für uns. Zumal es an diesem Tag noch wesentlich voller war als am Freitag und auch die Quote der betrunkenen Jugendlichen spätestens ab 18 Uhr ins unerfreuliche stieg. Auch offenbarte sich, dass Frank Böer zwar eine schöne Veranstaltung geplant hatte, sich aber offensichtlich nicht all zu viele Gedanken um die sanitäre Infrastruktur gemacht hat. Insgesamt 5 Dixi-Klos und die normalen WCs in der Halle waren bei weitem nicht genug, um die Horden von erleichterungsbedürftigen Biertrinkern zu verkraften. So musste man gut und gerne mal 15-20 Minuten warten. Dies galt übrigens auch für die Aussteller, wie uns einer der Brauer im kurzen Gespräch mitteilte. Obwohl wir große Freunde von Gleichheit sind, wunderte uns dieses doch sehr. Wie soll ein Aussteller den Interessierten seine Kreationen näher bringen, wenn er inklusive Weg zur Toilette am Ende mal eine halbe Stunde unterwegs ist, nur um kurz die Notdurft zu verrichten?

Insgesamt war die Braukunst Live eine gelungene Veranstaltung, die an mehreren Stellen noch optimierungsfähig ist. Bei der Menge an Ausstellern und Besuchern wäre etwas mehr Platz sicherlich von Vorteil. Eine leicht zentralere Location macht bei einer Veranstaltung, nach deren Besuch die meisten nicht mehr in der Lage sind, nach gesetzlichen Vorschriften ein Fahrzeug zu führen, hier ebenfalls Sinn. Ein weiterer Wermutstropfen: Die meisten der dargebotenen feinen Tröpfchen konnten nicht für den Heimgebraucht in Flaschen mit nach Hause genommen wurden. Insbesondere die frisch über den Teich importierten amerikanischen Craft-Biere waren nur zur Verkostung da, ohne Aussicht darauf, wann wir sie in Deutschland im Handel bekommen können.

Dieses als Übersicht über unsere Eindrücke aus gemeinsamer Sicht. Es folgen noch persönlich geprägte Artikel über unsere verkosteten Biere, die wir wegen doch leicht verschiedener Geschmäcker einzeln präsentieren werden.

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6 Gedanken zu „Braukunst Live 2014 – Unser Überblick

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