Premium-Bierverkostung in der Erlebbar Dortmund

Ein professioneller Bierverkostungsabend – das wäre doch was!

…dachte ich mir und schlug zu, als das Angebot für zwei Personen bei Groupon aufschlug. Die Erlebbar in Dortmund-Hombruch und ihr Leiter Nils Walbrecht, der schon in den verschiedensten hochklassigen Restaurants gekocht hat, luden ein zur „Premium-Bierverkostung“. Ein ideales Geburtstagsgeschenk für Daniel, denn in der Beschreibung war die Rede von außergewöhnlichen und neuen Biersorten, die so ganz anders schmecken sollten als das, was wir üblicherweise kennen.

Die Erlebbar

In der Hoffnung auf eine hübsche Auswahl an Craft-Bieren machten wir uns also am 19. Juli auf den Weg nach Dortmund. In der Erlebbar, die einem großen REWE-Markt angegliedert ist, kocht Nils üblicherweise in seiner großen Erlebnisküche besondere Gerichte und bietet zudem Weinverkostungen an. Die Teilnehmer dürfen oft mitkochen, die Erlöse gehen hin und wieder an wohltätige Organisationen. Eine moderne und nette Idee also, seine Freizeit zu verbringen.

Die Bierverkostung allerdings ist für die Betreiber eine ebenso außergewöhnliche Angelegenheit für den Großteil der 30 Teilnehmer an dem exklusiven Abend. Sie war die einzige Veranstaltung dieser Art in diesem Jahr – normalerweise geht es hier um Wein. Und als wir die Angliederung an den REWE-Markt bemerkten und von der Tatsache erfuhren, dass eben dort vor kurzem erst ein ganz besonderer Kühlschrank mit Craft-Bieren aufgestellt wurde, war uns schnell klar: Wir werden es heute wohl mit BraufactuM zu tun bekommen.

Der Abend

Und so war es dann auch. Nils stellte sich der Gruppe vor, gab aber gleich zu, dass seine Fachkenntnis nicht weit reiche, wenn es um Biere geht. So übergab er das Wort an den Fachmann von Braufactum, der zunächst einige Worte zur Geschichte des Bieres, den verwendeten Rohstoffen und der Craft-Beer-Bewegung verlor. Nils, der sich mit seinem Bedienungsteam um kleinere Snacks zwischen den Bier-Gängen kümmerte, zog sich sodann in die Küche zurück, die zugegeben die Hälfte der vorhandenen Fläche in der Erlebbar ausmacht.

Es folgten sieben Gänge an BraufactuM-Bieren, zu denen dem zum großen Teil sehr überraschten Publikum jeweils eine Geschichte, die Zutaten, die Geschmacksnoten und allerlei weiteres Wissenswerte erzählt wurde. Außer uns ist uns unter den Teilnehmern niemand aufgefallen, der oder die schon einmal etwas mit Craft-Bieren zu tun gehabt hatte, einige waren gar offensichtlich zu dem ehrenwerten Zweck gekommen, möglichst viel Alkohol in möglichst kurzer Zeit zu sich zu nehmen.

Die Biere

Wir verkosteten nacheinander zu erlesenen Canapés wie mit Frischkäse bestrichenen Schwarzbrotquadraten oder mit gebratenem Speck umwickelten Walnüssen und Datteln sieben verschiedene Biere aus dem BraufactuM-Portfolio:

Jeder der Teilnehmer hatte dazu ein gebrandetes Teku-Glas vor sich stehen, was am Anfang der Veranstaltung für Verwirrung sorgte („Wo ist denn das Bierglas?!“). Die Kellner verteilten jeweils 0,1l in die Gläser, das Bier kam selbstverständlich aus den Flaschen, wie sie auch im REWE oder – wie bei uns in Bochum – im EDEKA zu finden sind.

Anmerkungen

Gut die Hälfte der Biere hatten Daniel und ich schon einmal probiert, alle sind allerdings durchaus trinkenswerte Gebräue, ganz besonders für den Einstieg in die Welt der „hochwertigeren“ oder eben einfach außergewöhnlichen Biere. Die Veranstaltung war angesetzt für 19 bis 23 Uhr, allerdings fielen uns einige merkwürdige organisatorische Eigenheiten auf. Neben der Verspätung des Beginns um über 20 Minuten, weil noch Gäste fehlten, waren die Zeitspannen zwischen den verkosteten Bieren mal sehr kurz, mal mit fast einer halben Stunde außerordentlich lang. Zu trinken hatte man wie angemerkt jeweils 100 ml, sodass man sich die Zeit anderweitig zu vertreiben suchte und die reichhaltigen Flammkuchen-Vorräte dezimierte. Um kurz nach 22 Uhr war der offizielle Teil im Prinzip vorbei und wir durften die Kellner noch mit Wünschen nach Nachschlag unserer favorisierten Biersorten belästigen, denn tatsächlich hatte man vorgesorgt und einige zusätzliche Flaschen nach Dortmund mitgebracht.

Uns wunderte allerdings die chronologische Abfolge der Biere und deren Auswahl. So standen beispielsweise Brothäppchen und Schmalz während der gesamten Dauer vor uns auf den Tischen, die Biere wurden zwar stärker, dann aber ließ der Alkoholgehalt wieder etwas nach. Gemäß den Notizen im BraufactuM-Sortenbuch hatten wir uns jedoch schon darauf eingestellt, dass zum jeweiligen Bier auch entsprechende Snacks gereicht werden und – vor allem – beispielsweise ein tiefschwarzes Porter oder Stout den Abschluss macht und von etwas Schokolade bzw. Pralinen begleitet wird. Eine durchgängig erkennbare geschmackliche „Reise“ durch die Biersortenwelt war aber möglicherweise von Seiten der Veranstalter schon im Vorhinein als zu komplex für das Zielpublikum angesehen worden.

Fazit

Alles in allem war die „Premium-Bierverkostung“ in der Erlebbar durchaus eine lohnenswerte Veranstaltung. Wir konnten ein paar der noch fehlenden BraufactuM-Biere in unserer Sammlung nachholen und erfuhren auch noch ein paar interessante Kleinigkeiten aus der Welt der Biere (und Craft-Biere). Insgesamt richtet sich das Event allerdings ganz klar an den gemeinen Pils-Trinker, den die Worte „außergewöhnlich“ und „Premium“ reizen, „so was einfach mal zu machen“ und der hinterher doch sehr überrascht über die Vielfalt der Bierkultur (und die geringe Menge in den Verkostungsgläsern) ist. Der Normalpreis für die Veranstaltung beträgt 36 € pro Person, der im Prinzip in Ordnung geht.

 

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