Brau you, brau me

Der dreißigste Geburtstag des Herrn Zellmer (im Folgenden „Max“) brachte diesem nicht nur die Einsicht, dass man das mit dem Erwachsenwerden letztendlich selbst bewerkstelligen muss und es entgegen aller ursprünglichen Vermutungen nicht mit dem Erreichen der großen DREI am Anfang getan ist.

Der dreißigste Geburtstag – und damit kommen wir zum Thema – brachte dem Max allerlei aus der Welt des Bieres, so auch ein Hobbybrauset vom Hobbybrauerversand und einen passenden Einkochtopf, den man wunderbar auch zum Würzekochen verwenden kann. Selbstredend entschloss das Geburtstagskind sich nach Erhalt dieses fabelhaften Geschenkes dazu, seine allerersten Versuche zusammen mit Herrn Zog zu unternehmen.

Max verfügt nun also über zwei große Eimer mit spezieller Brauausstattung sowie einen Kronenverkorker, der allerdings zunächst nur spaßeshalber verwendet wird – dazu später mehr.

Mit im Paket die Mischung für das erste „Klosterbier“, bestehend aus zwei verschiedenen Malzen, Hopfenpellets und einem Tütchen Magie, der Trockenhefe. Gemäß der mehr oder weniger ausführlichen beiliegenden Anleitung machten wir uns also nach der verpflichtenden Anmeldung beim zuständigen Hauptzollamt ans Werk:

Bevor all der Kladderadatsch in der aufwendigen Prozedur ein Bier wird, müssen verschiedene Vorgänge so exakt wie möglich durchgeführt werden. Hierzu gehört das mehrmalige Aufheizen auf bestimmte Temperaturen und längeres Halten für genau vorgegebene Zeitspannen. Kurz gesagt wird aus dem Malz Zucker gemacht, welches dann mit Hopfen versetzt wird. Letzteres geschieht im Regelfall beim Kochen. Das ist üblicherweise in jeder Brauerei so, ob groß oder klein. Zum Unterschied der großen Brauereien und dem von uns mittlerweile geliebten „Craft Beer“ folgt bald ein gesonderter Beitrag.

Nach der Umfüllung des gekochten Malzwassers, das man Würze nennt, in den Gäreimer wird dann erst einmal abgekühlt und – ebenfalls nach strikten Anweisungen – die Hefe hinzugegeben und alles fest verschlossen und mit einem Gärröhrchen versehen. Nun beginnt die Hauptgärung: Die Hefe zersetzt den Zucker in der Würze zu Alkohol und Kohlenstoffdioxid und arbeitet außerdem an der Bekömmlichkeit des zukünftigen Getränkes. Hefe ist einfach ein tolles Zeug!

Es gibt massenhaft verschiedene Mischungen aus allerlei Zutaten und auch unheimlich viele verschiedene Vorgehensweisen beim Brauen. Hier haben wir uns zunächst mal recht genau an das Rezept gehalten, schließlich muss man auch erst mal ein Gefühl für das Brauen bekommen. Allerdings hat Max während der Hauptgärung noch zusätzlichen Aromahopfen hinzugegeben (Hopfenstopfen), um gleich etwas „besonderes“ aus seinem ersten Bier zu machen.

Mittlerweile ist das Bier in 24 0,5l-Bügelflaschen, eine 1l-Bügelflasche und eine 0,33l-Longneckflasche umgefüllt. Darin muss es jetzt noch eine Woche bei Zimmertemperatur und dann zwei Wochen bei möglichst niedriger Temperatur lagern. In der ersten Woche nach der Hauptgärung, also innerhalb der Flaschen, bildet sich erst die Kohlensäure, weswegen dies in den ersten Tagen regelmäßig überprüft werden muss. Da wir noch keine Erfahrung haben, haben wir uns deswegen für Bügelflaschen entschieden, weil man die leicht öffnen und wieder verschließen kann.

Ein Problem – neben der ganzen Sauerei in der Küche, die irgendjemand ja auch wieder wegmachen muss – ist die Verschiedenheit des Umgangs mit den Materialien. In diesem Klosterbierrezept beispielsweise füllt man nach der Hauptgärung gleich in Flaschen. Sinnvoller wäre es aber im Nachhinein gewesen, erst in einen anderen Bottich umzufüllen. Jetzt haben wir in jeder Flaschen noch eine gehörige Menge an Schwebstoffen, die hoffentlich beim Verkosten in den Griff zu bekommen ist. In etwa zweieinhalb Wochen wissen wir mehr!

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